Verbotene Liebe

Detlev von Liliencron

1883

Die Nacht ist rau und einsam, Die Bäume stehn entlaubt. Es ruht an meiner Schulter Dein kummerschweres Haupt.

Der Fuchs schnürt durch die Felder; Wie ferne ist der Feind. Gleichgültig glänzen Sterne; Dein schönes Auge weint.

Du brichst ein dürres Ästlein, Das ist so knospenleer, Und reichst mir deine Hände - Wir sahn uns nimmermehr.

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Illustration zu Verbotene Liebe

Interpretation

Das Gedicht "Verbotene Liebe" von Detlev von Liliencron thematisiert eine heimliche, tragische Liebe. Die Nacht wird als rau und einsam beschrieben, was die emotionale Kälte und Isolation der Liebenden widerspiegelt. Die entlaubten Bäume symbolisieren das Ende oder den Verlust, während die schwere Last des Kummers in der Haltung des geliebten Menschen zum Ausdruck kommt. Die zweite Strophe verstärkt die Atmosphäre der Gefahr und des Abschieds. Der Fuchs, der durch die Felder streift, steht möglicherweise für die Heimlichkeit der Begegnung, während der ferne Feind auf eine drohende Gefahr oder gesellschaftliche Missbilligung hindeutet. Die gleichgültigen Sterne kontrastieren mit dem Schmerz, der in den Tränen des geliebten Menschen zum Ausdruck kommt, und betonen die Isolation der beiden. Im letzten Vers wird die Endgültigkeit der Trennung deutlich. Das Abbrechen eines dürren, knospenlosen Zweiges symbolisiert das Ende einer einst blühenden Liebe. Die Hände, die sich zum Abschied reichen, sind der letzte körperliche Kontakt, bevor die Liebenden sich für immer verlieren. Das Gedicht endet mit der resignierenden Erkenntnis, dass sie sich nie wiedersehen werden, was die Tragik ihrer verbotenen Liebe unterstreicht.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Gleichgültig glänzen Sterne
Metapher
Dein schönes Auge weint
Personifikation
Die Bäume stehn entlaubt
Symbolik
Ein dürres Ästlein, Das ist so knospenleer
Vergleich
Wie ferne ist der Feind
Vorausdeutung
Wir sahn uns nimmermehr