Verborgenes Leid
1815Im Walde wohnt mein Leid, Ich darf es niemand klagen, Zum Walde muß ich′s tragen Zur tiefsten Einsamkeit.
Kommt je in künft′ger Zeit Ein Mensch zu jenen Gründen, Im Walde kann er finden Mein scheues Herzeleid.
Sieht er im Walde weit, Recht einsam und verschwiegen, die tiefsten Schatten liegen, Das ist mein finstres Leid.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Verborgenes Leid" von Ludwig Uhland handelt von einem tiefen, persönlichen Kummer, den der Sprecher nicht mit anderen teilen kann. Das Leid wird als etwas dargestellt, das in den Wald verbannt wird, einen Ort der Einsamkeit und Abgeschiedenheit. Der Sprecher trägt sein Leid dorthin, um es vor den Augen anderer zu verbergen, was auf eine innere Zerrissenheit und den Wunsch nach Isolation hindeutet. Die zweite Strophe führt eine zukünftige Perspektive ein, in der ein anderer Mensch den Wald betreten und das verborgene Leid des Sprechers entdecken könnte. Dies impliziert, dass das Leid, obwohl es verborgen ist, dennoch sichtbare Spuren hinterlässt. Der Wald wird zum Symbol für die innere Welt des Sprechers, in der das Leid Wurzeln geschlagen hat und sich manifestiert. In der letzten Strophe wird das Leid als tiefe Schatten im Wald beschrieben, die einsam und verschwiegen liegen. Diese Schatten symbolisieren die Dunkelheit und die Tiefe des Schmerzes, der den Sprecher umgibt. Das Gedicht vermittelt die Idee, dass persönliches Leid, obwohl es verborgen wird, immer noch präsent ist und von denen wahrgenommen werden kann, die bereit sind, in die Tiefen der menschlichen Seele einzutauchen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Recht einsam und verschwiegen
- Kontrast
- Tiefe Schatten / Finstres Leid
- Metapher
- Im Walde wohnt mein Leid
- Personifikation
- Mein scheues Herzeleid
- Symbolik
- Walde als Ort der Einsamkeit und des verborgenen Leids
- Wiederholung
- Zum Walde muß ich′s tragen / Zur tiefsten Einsamkeit