Verabredung
1915Der Torweg fängt mit streifen Bändern ein mein Stock schilt klirr den frechgespreizten Prellstein das Kichern schrickt durch Dunkel trügeneckend in warmes Beben stolpern hastig die Gedanken. Ein schwarzer Kuß stiehlt scheu zum Tor hinaus flirr der Laternenschein hellt nach ihm die Gasse
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Interpretation
Das Gedicht "Verabredung" von August Stramm beschreibt eine Begegnung, die von einer Mischung aus Erwartung, Zögern und schließlich der Erfüllung geprägt ist. Die Atmosphäre ist von einer gewissen Spannung und Unsicherheit durchdrungen, die sich in den Bildern und der Sprache widerspiegelt. Die ersten Zeilen setzen eine Szene, in der der Sprecher auf dem Weg zu einem Treffen ist. Der "Torweg" und die "streifen Bändern" könnten auf eine Art von Zeremonie oder Ritual hindeuten, das den Beginn der Begegnung markiert. Der Stock, der den "frechgespreizten Prellstein" schilt, könnte als Metapher für die Zurechtweisung oder das Überwinden von Hindernissen auf dem Weg zur Verabredung stehen. Die "Gedanken", die "hastig" und "stolpernd" durch die Dunkelheit eilen, vermitteln die Nervosität und die schnellen, ungeordneten Gedanken, die den Sprecher vor dem Treffen beschäftigen. Der "schwarze Kuß", der "scheu zum Tor hinaus" stiehlt, symbolisiert die intime und doch zurückhaltende Natur der Begegnung. Der "Laternenschein", der der Gasse folgt, könnte das Licht der Hoffnung oder der Erwartung sein, das den Weg weist und die Szene erhellt. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Stimmung der Erwartung und der schließlich erfüllten Sehnsucht, wobei die Sprache und die Bilder eine dichte, fast greifbare Atmosphäre schaffen, die den Leser in die Erfahrung des Sprechers eintauchen lässt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- [Der Torweg fängt mit streifen Bändern ein mein Stock schilt klirr den frechgespreizten Prellstein das Kichern schrickt trügeneckend in warmes Beben stolpern hastig die Gedanken Ein schwarzer Kuß stiehlt scheu zum Tor hinaus flirr der Laternenschein hellt nach ihm die Gasse]
- Enjambement
- [Der Torweg fängt mit streifen Bändern ein mein Stock schilt klirr den frechgespreizten Prellstein das Kichern schrickt durch Dunkel trügeneckend in warmes Beben stolpern hastig die Gedanken Ein schwarzer Kuß stiehlt scheu zum Tor hinaus flirr der Laternenschein hellt nach ihm die Gasse]
- Metapher
- [Ein schwarzer Kuß]
- Onomatopoesie
- [klirr flirr]
- Personifikation
- [mein Stock schilt]