Venus des Capitols
1804Götter steigen herab in menschliche Hülle sich bergend, Und dem Sterblichen mischt gern sich das Himmlische bei. Sinnlicher Fülle hast du, uranische geistige Schönheit, All′ dein Wesen und Sein, all′ dein Geheimniß vertraut. Weib ist die Göttin, vergängliche Form hat das Ew′ge gewählet, Aber das Sinnliche wirkt auch auf das Sinnliche nur.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Venus des Capitols" von Wilhelm Friedrich Waiblinger thematisiert die Vermischung des Göttlichen mit dem Menschlichen. Es beschreibt, wie Götter in menschliche Hüllen steigen und sich dem Sterblichen mit himmlischen Elementen vermischen. Die Göttin Venus wird als Frau dargestellt, die sich in einer vergänglichen Form zeigt, aber dennoch ein ewiges Geheimnis birgt. Das Sinnliche wirkt dabei nur auf das Sinnliche. Waiblinger betont die Verbindung von sinnlicher Fülle und geistiger Schönheit in der Figur der Venus. Sie verkörpert sowohl das Uranfängliche als auch das Himmlische und vereint somit Gegensätze in sich. Das Geheimnis ihrer Existenz liegt in dieser Dualität begründet. Die Göttin ist sowohl vergänglich als auch ewig, sowohl sinnlich als auch geistig. Das Gedicht verdeutlicht die Idee, dass das Göttliche sich in der menschlichen Welt manifestiert und dabei seine himmlische Natur nicht verliert. Die Venus des Capitols ist ein Symbol für die Verbindung von Materiellem und Spirituellem, von Zeitlichem und Ewigen. Waiblinger gelingt es, diese komplexe Thematik in wenigen prägnanten Versen auszudrücken und den Leser zum Nachdenken über die Natur des Göttlichen und seine Beziehung zum Menschlichen anzuregen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Kontrast
- Sinnlicher Fülle hast du, uranische geistige Schönheit
- Metapher
- Weib ist die Göttin, vergängliche Form hat das Ew′ge gewählet
- Personifikation
- Götter steigen herab in menschliche Hülle sich bergend