Vaterlandslied
unknownDer Gott, der Eisen wachsen ließ, Der wollte keine Knechte, Drum gab er Säbel, Schwert und Spieß Dem Mann in seine Rechte, Drum gab er ihm den kühnen Mut, Den Zorn der freien Rede, Dass er bestände bis aufs Blut, Bis in den Tod die Fehde.
So wollen wir, was Gott gewollt, Mit rechter Treue halten Und nimmer im Tyrannensold Die Menschenschädel spalten; Doch wer für Tand und Schande ficht, den hauen wir zu Scherben, Der soll im deutschen Lande nicht Mit deutschen Männern erben.
O Deutschland, heilges Vaterland! O deutsche Lieb und Treue! Du hohes Land! du schönes Land! Dir schwören wir aufs neue: Dem Buben und dem Knecht die Acht! Der füttre Krähn und Raben! So ziehn wir aus zur Hermannsschlacht Und wollen Rache haben.
Lasst brausen, was nur brausen kann, In hellen lichten Flammen! Ihr Deutschen alle, Mann für Mann, Fürs Vaterland zusammen! Und hebt die Herzen himmelan! Und himmelan die Hände! Und rufet alle Mann für Mann: Die Knechtschaft hat ein Ende!
Lasst klingen, was nur klingen kann, Die Trommeln und die Flöten! Wir wollen heute Mann für Mann Mit Blut das Eisen röten, Mit Henkerblut, Franzosenblut – O süßer Tag der Rache! Das klinget allen Deutschen gut, Das ist die große Sache.
Lasst wehen, was nur wehen kann, Standarten wehn und Fahnen! Wir wollen heut uns Mann für Mann Zum Heldentode mahnen: Auf! Fliege, stolzes Siegspanier Voran dem kühnen Reihen! Wir siegen oder sterben hier Den süßen Tod der Freien.
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Interpretation
Das Gedicht "Vaterlandslied" von Ernst Moritz Arndt ist ein patriotisches und kämpferisches Werk, das den Geist des deutschen Nationalismus im 19. Jahrhundert widerspiegelt. Es ruft die Deutschen dazu auf, für ihre Freiheit und ihr Vaterland zu kämpfen und sich gegen Tyrannei und Unterdrückung zu erheben. Der erste Teil des Gedichts betont die göttliche Bestimmung des Menschen, frei und mutig zu sein. Arndt stellt Gott als den Schöpfer dar, der den Menschen Waffen und den Mut zur Verteidigung ihrer Rechte gegeben hat. Dieser Teil legt den Grundstein für den Aufruf zum Kampf, der im weiteren Verlauf des Gedichts folgt. Der zweite Teil des Gedichts richtet sich direkt an das deutsche Volk. Arndt beschwört die Liebe und Treue zum Vaterland und ruft die Deutschen dazu auf, sich gegen alle zu erheben, die für "Tand und Schande" kämpfen. Er bezieht sich auf die Schlacht im Teutoburger Wald, in der die Germanen unter Führung des Cheruskerfürsten Arminius die römischen Legionen besiegten, als Symbol für den Kampf um die Freiheit. Im letzten Teil des Gedichts steigert sich die Intensität des Aufrufs zum Kampf. Arndt beschwört den Klang von Trommeln und Flöten, das Rötten von Eisen mit Blut und das Wehen von Fahnen. Er ruft die Deutschen dazu auf, sich zum "Heldentode" zu mahnen und entweder zu siegen oder im Kampf zu sterben. Das Gedicht endet mit einem trotzigen Aufruf zur Freiheit und zur Verteidigung des Vaterlandes.
Schlüsselwörter
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Stilmittel
- Anapher
- Der Gott, der Eisen wachsen ließ, Der wollte keine Knechte, Drum gab er Säbel, Schwert und Spieß Dem Mann in seine Rechte, Drum gab er ihm den kühnen Mut, Den Zorn der freien Rede, Dass er bestände bis aufs Blut, Bis in den Tod die Fehde.
- Apostrophe
- O Deutschland, heilges Vaterland! O deutsche Lieb und Treue! Du hohes Land! du schönes Land! Dir schwören wir aufs neue:
- Appell
- Auf! Fliege, stolzes Siegspanier Voran dem kühnen Reihen!
- Bildsprache
- Lasst brausen, was nur brausen kann, In hellen lichten Flammen!
- Hyperbel
- Mit Blut das Eisen röten
- Metapher
- Der füttre Krähn und Raben!
- Personifikation
- Drum gab er Säbel, Schwert und Spieß Dem Mann in seine Rechte,
- Symbolik
- Mit Henkerblut, Franzosenblut
- Wiederholung
- Lasst brausen, was nur brausen kann, In hellen lichten Flammen! Ihr Deutschen alle, Mann für Mann, Fürs Vaterland zusammen!
- Zwillingsformel
- Drum gab er Säbel, Schwert und Spieß