Vasi

Wilhelm Friedrich Waiblinger

1804

Einst war dem herrschenden Rom zu eng die lebendige Erde, Heutigen Tages ist′s kaum noch für ein Büchlein genug

Hannibal fürchtete sich vor Roma′s ewigen Mauern, Aber der Britte trägt nun Rom ganz behaglich im Sack.

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Interpretation

Das Gedicht "Vasi" von Wilhelm Friedrich Waiblinger ist eine kurze, aber eindringliche Reflexion über den Niedergang des antiken Roms. In den beiden Strophen wird ein deutlicher Kontrast zwischen der einstigen Größe und Macht Roms und seinem heutigen Zustand gezogen. Die erste Strophe vergleicht die Vergangenheit mit der Gegenwart. Einst war das mächtige Rom so groß und einflussreich, dass selbst die "lebendige Erde" ihm zu eng war. Dies symbolisiert die immense territoriale Ausdehnung und den Einfluss des Römischen Reiches. Heute jedoch ist der Raum, den Rom einnimmt, kaum mehr als ein "Büchlein" - ein winziger Bruchteil seiner einstigen Größe. Dies verdeutlicht den dramatischen Verfall und die Verkleinerung des einstigen Weltreichs. Die zweite Strophe führt den Gedanken des Niedergangs weiter. Hannibal, der berühmte karthagische Feldherr, fürchtete einst die unüberwindlichen Mauern Roms. Doch heute, so suggeriert das Gedicht, trägt ein einfacher "Britte" (vermutlich ein englischer Reisender oder Sammler) das gesamte Rom bequem in seinem Sack. Dies ist eine Metapher dafür, wie die Überreste des antiken Roms - sei es in Form von Kunstwerken, Artefakten oder Wissen - von anderen Nationen "gesammelt" und mitgenommen wurden. Es unterstreicht die Ironie, dass das einst gefürchtete und unbesiegbare Rom nun in den Händen anderer liegt. Insgesamt ist das Gedicht eine eindringliche Betrachtung über die Vergänglichkeit von Macht und Größe. Es zeigt, wie selbst die mächtigsten Reiche der Geschichte letztlich dem Verfall preisgegeben sind und wie ihre Überreste von nachfolgenden Generationen bewundert, gesammelt und weitertransportiert werden.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Hyperbel
Einst war dem herrschenden Rom zu eng die lebendige Erde
Kontrast
Heutigen Tages ist′s kaum noch für ein Büchlein genug
Metapher
der Britte trägt nun Rom ganz behaglich im Sack
Personifikation
Hannibal fürchtete sich vor Roma′s ewigen Mauern