Vampyre

Hanns von Gumppenberg

unknown

Bangen nicht könnt′ mir vor jenen Vampyren, Die, wie gespenstische Sagen wollen, Nächtens im Schlaf uns beschleichen sollen, Weil sie nach unserem Herzblut gieren.

Munter führ′ ich aus Traumesbanden, Spürend den Anhauch der feindlichen Fratze - Und mit der immer bereiten Tatze Schlüg′ ich das Spukgezücht lachend zuschanden!

Aber es wollen an unserem Blute Auch noch ganz andere Dürster sich letzen, Harmlos am Tag, die wir achten und schätzen, Wundervoll Freundliche, Liebe und Gute.

Unsere Wohlfahrt betonen sie immer, Wissen auch selbst nichts von ihrem Willen: Aber wir sollen auch sie nur stillen, Und sie saugen nur zehnmal schlimmer.

Wehe dem Gläubigen, der sich nicht wehrte! Langsam wird all seine Kraft ihm entzogen, Bis er, ums Beste des Daseins betrogen, Närrisch noch segnet, was ihn verzehrte.

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Illustration zu Vampyre

Interpretation

Das Gedicht "Vampyre" von Hanns von Gumppenberg beschäftigt sich mit dem Thema der Ausbeutung und des Betrugs durch scheinbar vertraute und wohlwollende Personen. Der Sprecher des Gedichts zeigt sich zunächst unerschrocken gegenüber den traditionellen Vampyren, die nachts kommen, um Blut zu saugen. Er ist bereit, sich gegen diese offensichtlichen Feinde zu wehren und sie zu besiegen. Jedoch wird deutlich, dass es noch gefährlichere "Vampyre" gibt, die tagsüber harmlos und freundlich erscheinen. Diese Personen, die der Sprecher achtet und schätzt, nutzen seine Gutmütigkeit aus und saugen ihm das Blut aus. Sie tun dies zehnmal schlimmer als die nächtlichen Vampyre, da sie ihre wahren Absichten verbergen und den Sprecher glauben machen, dass sie sich um sein Wohlergehen sorgen. Das Gedicht endet mit einer Warnung an diejenigen, die sich nicht gegen diese Ausbeutung wehren. Der Sprecher warnt, dass diese "Vampyre" einem allmählich die Kraft entziehen werden, bis man um das Beste seines Lebens betrogen ist. Selbst wenn man am Ende merkt, was passiert ist, wird man noch naiv das segnen, was einen zerstört hat. Das Gedicht verdeutlicht die Gefahr, die von scheinbar vertrauten und wohlwollenden Personen ausgehen kann, die in Wirklichkeit nur eigennützige Absichten verfolgen.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Bildsprache
Weil sie nach unserem Herzblut gieren
Hyperbel
Und mit der immer bereiten Tatze Schlüg′ ich das Spukgezücht lachend zuschanden
Ironie
Wundervoll Freundliche, Liebe und Gute
Kontrast
Aber es wollen an unserem Blute Auch noch ganz andere Dürster sich letzen
Metapher
Und sie saugen nur zehnmal schlimmer
Personifikation
Närrisch noch segnet, was ihn verzehrte
Wiederholung
Unsere Wohlfahrt betonen sie immer
Übertreibung
Langsam wird all seine Kraft ihm entzogen