Valet
1857Ade nun, liebe Lieder, Ade, du schöner Sang! Nun sing ich wohl nicht wieder Vielleicht mein Leben lang.
Einst blüht′ von Gottes Odem Die Welt so wunderreich, Da in den grünen Boden Senkt ich als Reiser euch.
Jetzt eure Wipfel schwanken So kühle über mir, Ich stehe in Gedanken Gleichwie im Walde hier.
Da muß ich oft noch lauschen In meiner Einsamkeit, Und denk bei eurem Rauschen Der schönen Jugendzeit.
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Interpretation
Das Gedicht "Valet" von Joseph von Eichendorff handelt von Abschied und Nostalgie. Der Sprecher verabschiedet sich von den Liedern und dem schönen Gesang, die er vielleicht sein Leben lang nicht mehr singen wird. Er erinnert sich an die Zeit, als die Welt voller Wunder war und er die Lieder als Setzlinge in den grünen Boden pflanzte. Jetzt, da die Lieder erwachsen sind und ihre Wipfel über ihm schaukeln, steht der Sprecher in Gedanken wie im Wald. Er lauscht oft in seiner Einsamkeit dem Rauschen der Lieder und denkt an die schöne Jugendzeit. Das Gedicht vermittelt eine melancholische Stimmung und drückt die Sehnsucht nach vergangenen Zeiten aus.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Nun sing ich wohl nicht wieder
- Anapher
- Ade nun, liebe Lieder, Ade, du schöner Sang!
- Hyperbel
- Vielleicht mein Leben lang
- Metapher
- einst blüht′ von Gottes Odem
- Personifikation
- Einst blüht′ von Gottes Odem die Welt so wunderreich
- Synästhesie
- Da in den grünen Boden Senkt ich als Reiser euch
- Vergleich
- Ich stehe in Gedanken Gleichwie im Walde hier