Vagabundenlied
unknownIn der Heimat ohne Fremde Bin ich ganz auf mich gestellt. Und mein Herze und mein Hemde Sind mein alles auf der Welt.
Um ein Lächeln leichten Mundes Geh ich schwärmend in den Tod. Mit den Brüdern meines Bundes Sauf ich bis zum Morgenrot.
Schwäre hat den Leib zerfressen, Sonne selbst hab ich verspielt. Über allem unvergessen Schwebt die Seele, welche fühlt.
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Interpretation
Das Gedicht "Vagabundenlied" von Klabund zeichnet das Leben eines Wanderers, der fern der Heimat und ohne feste Bindungen existiert. Die erste Strophe verdeutlicht die Isolation des Vagabunden, der auf sich allein gestellt ist und nur noch sein Herz und sein Hemd als Besitz und Trost hat. Dies verdeutlicht die Verlassenheit und die Reduzierung des Lebens auf das Wesentliche. Die zweite Strophe zeigt die Vergänglichkeit und den Genuss im Leben des Vagabunden. Er strebt nach leichten Momenten des Glücks, selbst wenn es in den Tod führt, und findet Gemeinschaft in der Brüderschaft, die bis zum Morgengrauen feiert. Dies unterstreicht die Suche nach flüchtigen Freuden und die Flucht vor der Einsamkeit durch gemeinschaftliche Erlebnisse. Die letzte Strophe beschreibt die physischen und emotionalen Verluste des Vagabunden. Der Körper ist durch die Härte des Lebens gezeichnet, und die Sonne, ein Symbol für Hoffnung und Lebensfreude, wurde verspielt. Trotzdem schwebt die Seele, die fühlt, über allem, was auf eine unsterbliche Sehnsucht und die Fähigkeit hinweist, trotz aller Widrigkeiten zu empfinden und zu träumen. Das Gedicht endet mit einem Hauch von Melancholie und der Unvergänglichkeit der menschlichen Seele.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- In der Heimat ohne Fremde
- Metapher
- Um ein Lächeln leichten Mundes
- Parallelismus
- Und mein Herze und mein Hemde
- Personifikation
- Sonne selbst hab ich verspielt
- Symbolik
- Bis zum Morgenrot