Urtod

August Stramm

1915

Raum Zeit Raum Wegen Regen Richten Raum Zeit Raum Dehnen Einen Mehren Raum Zeit Raum Kehren Wehren Recken Raum Zeit Raum Ringen Werfen Würgen Raum Zeit Raum Fallen Sinken Stürzen Raum Zeit Raum Wirbeln Raum Zeit Raum Wirren Raum Zeit Raum Flirren Raum Zeit Raum Irren Nichts.

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Urtod

Interpretation

Das Gedicht "Urtod" von August Stramm thematisiert die Endlichkeit und den Kreislauf des Lebens. Durch die Wiederholung der Wörter "Raum" und "Zeit" wird die Unendlichkeit und Gleichzeitigkeit von Raum und Zeit dargestellt. Die aufeinanderfolgenden Verben wie "Richten", "Dehnen", "Mehren", "Kehren", "Wehren", "Recken", "Ringen", "Werfen", "Würgen", "Fallen", "Sinken", "Stürzen", "Wirbeln", "Wirren", "Flirren" und "Irren" beschreiben die verschiedenen Phasen und Zustände des Lebens, die sich ständig wiederholen und ineinander übergehen. Die Abfolge der Verben lässt eine Dynamik und Bewegung entstehen, die den Lebensprozess widerspiegelt. Die Verben beginnen mit "Richten" und enden mit "Irren", was darauf hindeutet, dass das Leben mit der Suche nach Ordnung beginnt und mit dem Verirren oder dem Verlust der Orientierung endet. Die Wiederholung von "Raum" und "Zeit" in regelmäßigen Abständen betont die Unausweichlichkeit dieser Dimensionen und ihre Rolle im Lebenszyklus. Das Gedicht endet mit dem Wort "Nichts", was den Tod als das endgültige Nichts symbolisiert. Dies unterstreicht die Vergänglichkeit des Lebens und die Tatsache, dass alles Leben letztendlich in den Tod mündet. Die minimalistische und repetitive Struktur des Gedichts verstärkt die Themen der Endlichkeit und des ewigen Kreislaufs von Leben und Tod.

Schlüsselwörter

raum zeit wegen regen richten dehnen mehren kehren

Wortwolke

Wortwolke zu Urtod

Stilmittel

Alliteration
Die Verwendung von 'W' in 'Wegen', 'Wehren', 'Würgen', 'Wirbeln', 'Wirren' und 'Flirren'
Anapher
Die Wiederholung von 'Raum' und 'Zeit' am Anfang jeder Zeile
Asyndeton
Die Aufzählung von Verben ohne Konjunktionen
Enjambement
Der Übergang von 'Raum' zu 'Zeit' und 'Raum' ohne Satzzeichen
Kontrast
Die Gegenüberstellung von 'Raum' und 'Zeit' als grundlegende Elemente
Parallelismus
Die Struktur 'Raum Zeit Raum' wird in mehreren Strophen wiederholt
Schlusswort
Das abschließende 'Nichts' als radikaler Schluss
Steigerung
Die Progression von einfachen Verben zu komplexeren und gewalttätigeren Verben wie 'Würgen' und 'Stürzen'
Trennung
Die Aufteilung der Wörter 'Raum' und 'Zeit' auf mehrere Zeilen
Wortwiederholung
Die wiederholte Verwendung von 'Raum' und 'Zeit' im gesamten Gedicht