Ursprünge
1933Heil diesem lachenden zug: Herrlichsten gutes verweser Maasslosen glückes erleser! Schaltend mit göttlichem fug Traget ihr kronen und psalter. Später gedenkt es euch kaum: Nie lag die welt so bezwungen - Eines geistes durchdrungen Wie im jugend-traum.
Heil dir sonnenfroh gefild Wo nach sieg der heiligen rebe Nach gefälltem wald und wild Kam in kränzen Pan mit Hebe! Rauhe jäger zottige rüden Wichen weissem marmorbein. Hallen luden wie im süden… Wir empfingen noch den schein. Aus den aufgewühlten gruben Dampfte odem von legion Und von trosses fraun und buben - Hier ihr gold ihr erz ihr thon! Auf dem bergweg seht die schar - Eine stampfende kohorte! Offen stehen brück und pforte Für des Caesarsohnes aar.
Auf diesen trümmern hob die Kirche dann ihr haupt - Die freien nackten leiber hat sie streng gestaupt - Doch erbte sie die prächte die nur starrend schliefen Und übergab das maass der höhen und der tiefen Dem sinn der beim hosiannah über wolken blieb Und dann zerknirscht sich an den gräberplatten rieb.
Doch an dem flusse im schilfpalaste Trieb uns der wollust erhabenster schwall: In einem sange den keiner erfasste Waren wir heischer und herrscher vom All. Süss und befeuernd wie Attikas choros Über die hügel und inseln klang: Co besoso pasoje ptoros Co es on rama pasoje boan
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Ursprünge" von Stefan George beschreibt in drei Strophen die Entwicklung der Menschheit und die verschiedenen Epochen, die sie durchlebt hat. In der ersten Strophe wird eine Zeit des Überflusses und der Herrschaft beschrieben, in der die Menschen von einem göttlichen Geist durchdrungen waren und die Welt unter ihrer Kontrolle hatten. Die zweite Strophe führt uns in eine Zeit des Sieges und der Eroberung, in der die Menschen von der Natur und den Göttern begleitet wurden. Hier wird die Macht und der Einfluss des römischen Reiches dargestellt, das die Welt eroberte und seine Spuren hinterließ. Die dritte Strophe zeigt den Einfluss der Kirche auf die Gesellschaft und wie sie die freien Körper der Menschen unter Kontrolle brachte. Trotzdem erbte sie die Pracht und das Maß der Höhen und Tiefen, das von einem höheren Geist bewahrt wurde. Die letzte Strophe beschreibt eine Zeit der Lust und des Genusses, in der die Menschen in einem Gesang vereint waren und die Herrschaft über das Universum ausübten.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Hallen luden wie im süden...
- Anapher
- Heil diesem lachenden zug: / Herrlichsten gutes verweser / Maasslosen glückes erleser!
- Hyperbel
- Nie lag die welt so bezwungen
- Metapher
- Über die hügel und inseln klang:
- Nicht-übersetzter Text
- Co besoso pasoje ptoros / Co es on rama pasoje boan
- Personifikation
- Schaltend mit göttlichem fug / Traget ihr kronen und psalter.