Uralt
1899Schweig, mein Geliebter; Mund auf Mund Wurden wir groß, wurden wir alt In einem nie gestillten Bund, Alt wie der uralte Wald.
Alt wie der Mond, mein Lichtgesicht, Bist du am Himmel tausend Jahr O schmale Sichel aufgericht, Der ich die Ernte war.
Alt wie das Meer, die dunkle Saat, Nach dir gereift, sehnsüchtige Flut, Steigt zwischen uns den ewigen Pfad Dunkel das ewige Blut.
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Interpretation
Das Gedicht "Uralt" von Maria Luise Weissmann handelt von einer tiefen, zeitlosen Liebe zwischen zwei Menschen, die als alt und ewig beschrieben werden, wie der Wald, der Mond und das Meer. Die Liebenden werden als eins dargestellt, die in einem nie gestillten Bund vereint sind. Die Liebe wird als etwas Ursprüngliches und Natürliches dargestellt, das die Liebenden über die Zeit hinaus verbindet. Der Wald, der Mond und das Meer dienen als Metaphern für die Beständigkeit und Unveränderlichkeit ihrer Liebe, die so alt ist wie diese natürlichen Elemente. Die letzte Strophe deutet auf eine körperliche Vereinigung der Liebenden hin, symbolisiert durch den "ewigen Pfad" und das "ewige Blut". Die Liebe wird als eine Kraft dargestellt, die die Liebenden durch die Zeit trägt und sie in einem ewigen Kreislauf verbindet, ähnlich wie die Gezeiten des Meeres.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildlichkeit
- Schmale Sichel aufgericht
- Metapher
- Mund auf Mund
- Personifikation
- Der ich die Ernte war
- Symbolik
- Dunkel das ewige Blut
- Vergleich
- Alt wie das Meer