Unvertilgbar

Felix Dörmann

1870

Einmal Ein einziges Mal nur Möcht’ ich mich ganz vergessen In Deinen Armen, Möcht’ ich bewußtlos trunken sein. Aber ach, Mag den zerfallenden, Siechgefolterten Leib Peitschen, schütteln, zusammenwinden Höchste Wollust, Immer noch, immer noch Kann ich denken, Kann ich mich selbst zerfasern, Regt sich noch Mein verfluchtes, Elendes Ich!

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Illustration zu Unvertilgbar

Interpretation

Das Gedicht "Unvertilgbar" von Felix Dörmann thematisiert die Sehnsucht des lyrischen Ichs nach vollkommener Auflösung und Vergessenheit in den Armen eines geliebten Menschen. Das Ich wünscht sich, in einem Moment der Betäubung und des Bewusstseinsverlustes zu verschwinden und sich selbst zu vergessen. Doch dieser Wunsch bleibt unerfüllt, da selbst in höchsten Momenten der Lust das Ich präsent bleibt und denkt. Die zweite Strophe verdeutlicht die Frustration des lyrischen Ichs über die Unmöglichkeit, sich selbst zu entkommen. Selbst wenn der Körper von höchster Wollust gequält und geschüttelt wird, bleibt das Ich bestehen und kann sich selbst zerfasern. Das Ich wird als "verflucht" und "elend" beschrieben, was die Verzweiflung und den Schmerz des lyrischen Ichs über seine eigene Unauslöschlichkeit unterstreicht. Das Gedicht vermittelt eine tiefe existenzielle Verzweiflung und den Wunsch nach Auflösung des Selbst. Die Wiederholung des Satzes "Immer noch, immer noch" betont die Beharrlichkeit des Ichs und die Unfähigkeit, es zu eliminieren. Das Gedicht spiegelt die menschliche Erfahrung der Selbstreflexion und des Bewusstseins wider, das uns auch in Momenten der Ekstase und des Vergessens begleitet.

Schlüsselwörter

möcht kann einmal einziges ganz vergessen armen bewußtlos

Wortwolke

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Stilmittel

Anapher
Einmal Ein einziges Mal nur
Enjambement
Könn' ich mich ganz vergessen In Deinen Armen
Hyperbel
Höchste Wollust
Kontrast
Möcht' ich mich ganz vergessen In Deinen Armen
Metapher
siechgefolterten Leib
Paradox
Kann ich mich selbst zerfasern
Personifikation
Mag den zerfallenden, Siechgefolterten Leib Peitschen, schütteln, zusammenwinden
Wiederholung
immer noch, immer noch