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Unterm jungen Birnbaum

Von

Unterm jungen Birnbaum standest du.
An die ersten kleinen grünen Früchte
rührtest du entzückt mit zartem Finger;
letzte Blüten wehten um dich nieder.

Unterm jungen Birnbaum stand auch ich.
Meine harten Hände rührten nicht
an die kleinen grünen ersten Früchte;
letzte Blüten wehten um mich nieder.

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Gedicht: Unterm jungen Birnbaum von Richard Dehmel

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Unterm jungen Birnbaum“ von Richard Dehmel ist eine kurze, eindringliche Beobachtung, die von zwei Figuren handelt, die sich an einem jungen Birnbaum aufhalten, jedoch auf unterschiedliche Weise mit der dortigen Umgebung interagieren. Es ist ein Gedicht der Kontraste, das die Gegensätze zwischen dem Verhalten der beiden Personen hervorhebt und so eine subtile Aussage über die Natur der Erfahrung und des Erlebens trifft.

Im ersten Teil wird eine weibliche Figur beschrieben, die mit zartem Finger die ersten kleinen grünen Früchte berührt, während letzte Blüten um sie herumfallen. Dieses Bild vermittelt eine Atmosphäre von Zärtlichkeit, Unschuld und Neugier. Die Frau scheint ganz in dem Moment aufgegangen zu sein, voller Staunen und Freude an der Natur. Sie ist aktiv, erkundet und nimmt die Früchte und die Blüten in ihrer vollen Pracht wahr.

Im Gegensatz dazu steht im zweiten Teil die männliche Figur, die ebenfalls unter dem Birnbaum steht, aber sich anders verhält. Seine „harten Hände“ rühren die Früchte nicht an, und auch für ihn fallen Blüten. Dies unterstreicht eine distanzierte Haltung, die emotionale Abwesenheit oder vielleicht eine Hemmung. Er scheint beobachtend zu sein, aber nicht aktiv in das Geschehen involviert.

Das Gedicht erzeugt eine Spannung zwischen diesen gegensätzlichen Haltungen, die einen tieferen Sinn enthüllt. Es geht um die unterschiedlichen Arten, wie Menschen die Welt wahrnehmen und mit ihr interagieren können. Der Kontrast zwischen der sinnlichen, aktiven Frau und dem distanzierten Mann kann als Metapher für verschiedene Lebensansätze interpretiert werden: die Bereitschaft, sich auf Erfahrungen einzulassen, im Vergleich zur Zurückhaltung und Beobachtung. Letztlich ist das Gedicht eine Reflexion über die menschliche Natur und die verschiedenen Möglichkeiten, das Leben zu erfahren.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.