Untergang
1913Über den weißen Weiher Sind die wilden Vögel fortgezogen. Am Abend weht von unseren Sternen ein eisiger Wind.
Über unsere Gräber Beugt sich die zerbrochene Stirne der Nacht. Unter Eichen schaukeln wir auf einem silbernen Kahn.
Immer klingen die weißen Mauern der Stadt. Unter Dornenbogen O mein Bruder klimmen wir blinde Zeiger gen Mitternacht.
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Interpretation
Das Gedicht "Untergang" von Georg Trakl beschreibt eine düstere und melancholische Stimmung. Der erste Vers erwähnt einen weißen Weiher, von dem die wilden Vögel fortgezogen sind. Dies könnte symbolisch für den Verlust oder das Verschwinden von etwas Natürlichem oder Lebendigem stehen. Der zweite Vers erwähnt einen eisigen Wind, der von den Sternen kommt. Dies könnte die Kälte und Leere der Nacht symbolisieren. Der zweite Abschnitt des Gedichts spricht von Gräbern und der zerbrochenen Stirn der Nacht. Dies könnte auf den Tod und die Zerbrechlichkeit des Lebens hinweisen. Der Vers über das Schaukeln auf einem silbernen Kahn unter Eichen könnte eine Art Flucht oder Flucht vor der Realität darstellen. Es könnte auch eine Metapher für den Übergang in eine andere Welt oder einen anderen Zustand sein. Der letzte Abschnitt erwähnt die weißen Mauern der Stadt und das Klettern unter Dornenbögen. Dies könnte auf die Härte und Schwierigkeiten des Lebens hinweisen. Der Verweis auf den Bruder, der blinde Zeiger zur Mitternacht erklimmt, könnte auf eine gemeinsame Reise oder Erfahrung hindeuten, die von Dunkelheit und Unsicherheit geprägt ist. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Atmosphäre des Verfalls, der Einsamkeit und des Verlustes. Es könnte als eine Reflexion über den Tod, die Vergänglichkeit des Lebens und die Suche nach Bedeutung oder Trost in einer kalten und leeren Welt interpretiert werden.
Schlüsselwörter
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Stilmittel
- Bildlichkeit
- Über den weißen Weiher Sind die wilden Vögel fortgezogen.
- Kontrast
- Immer klingen die weißen Mauern der Stadt.
- Metapher
- Über unsere Gräber Beugt sich die zerbrochene Stirne der Nacht.
- Personifikation
- Am Abend weht von unseren Sternen ein eisiger Wind.
- Symbolik
- Unter Eichen schaukeln wir auf einem silbernen Kahn.