Unter das, von der Jungfer Dennern zu Hamburg...
1737Der Pinsel eines Frauenzimmers trift ungemein, und stellt allhier Den Grossen Weichmann im Gemählde recht lebhaft und natürlich für; Allein den hocherhabnen Geist vermag auch in den schönsten Bildern Kein Künstler, noch vielweniger ein Frauenzimmer abzuschildern.
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Interpretation
Das Gedicht "Unter das, von der Jungfer Dennern zu Hamburg..." von Sidonia Hedwig Zäunemann thematisiert die Schwierigkeit, einen besonders herausragenden Geist in einem Gemälde festzuhalten. Es wird die Malerin, vermutlich eine Frau namens Dennern, gelobt, die den "Grossen Weichmann" sehr lebendig und natürlich auf die Leinwand gebracht hat. Ihre Fähigkeit, mit dem Pinsel umzugehen, wird als ungemein gelobt, was ihre technische Fertigkeit unterstreicht. Allerdings deutet der zweite Teil des Gedichts an, dass selbst die beste künstlerische Darstellung an ihre Grenzen stößt, wenn es darum geht, einen "hocherhabnen Geist" abzubilden. Hier wird eine klare Unterscheidung gemacht zwischen der Darstellung des Äußeren und der Erfassung des Inneren, des Geistigen. Selbst die talentiertesten Künstler, und noch weniger eine Frau, so die Autorin, vermögen es nicht, diesen Geist vollständig in einem Bild einzufangen. Das Gedicht reflektiert somit über die Grenzen der Kunst und die Schwierigkeit, den wahren Charakter oder die Essenz einer Person durch Malerei zu vermitteln. Es stellt die Frage nach der Authentizität künstlerischer Darstellungen und deutet an, dass manche Aspekte der menschlichen Existenz der bildlichen Darstellung entzogen bleiben.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Der Pinsel eines Frauenzimmers trift ungemein, und stellt allhier
- Antithese
- Kein Künstler, noch vielweniger ein Frauenzimmer abzuschildern
- Hyperbel
- Den Grossen Weichmann im Gemählde recht lebhaft und natürlich für
- Kontrast
- Allein den hocherhabnen Geist vermag auch in den schönsten Bildern