Unsterbliches Glück
1815Lichter schon werden die Reben der Laube, Drunter im Lenz wir, im Herbste geruht, Und, die wir reifen gesehen, die Traube, Strömt auf die Kelter die goldene Flut.
Bald als Wein in feurigen Wogen Gießen wird sie die Glut des August, Die sie am flammenden Mittag gesogen, Uns beim Dezemberfrost in die Brust.
So um Verlornes wie sollten wir klagen? Immer vom Liede der Nachtigall Tönt aus den wonnigen Junitagen Uns in der Seele der Wiederhall.
Gingen alle zu Grab, die uns teuer - Von der Liebe, die wir geliebt, Ewig erfüllt uns das wärmende Feuer, Ob auch das Leben zu Asche zerstiebt!
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Interpretation
Das Gedicht "Unsterbliches Glück" von Adolf Friedrich Graf von Schack beschreibt den ewigen Kreislauf von Leben und Tod, symbolisiert durch den Weinanbau. Die ersten beiden Strophen schildern den Prozess vom Wachsen der Reben im Frühling, über die Reife der Trauben im Herbst, bis hin zur Kelterung und dem Genuss des Weins im Winter. Der Wein wird dabei als Medium betrachtet, das die Wärme des Sommers in die kalte Jahreszeit überträgt. In der dritten Strophe wendet sich das Gedicht der Vergänglichkeit des Lebens zu. Trotz des Verlusts geliebter Menschen und Dinge wird die Erinnerung an die schönen Momente, symbolisiert durch den Gesang der Nachtigall im Juni, als ewig in der Seele verbleibend dargestellt. Die Vergangenheit lebt in der Erinnerung weiter, auch wenn sie physisch nicht mehr vorhanden ist. Die letzte Strophe bringt die Botschaft des Gedichts auf den Punkt: Auch wenn alle geliebten Menschen gestorben sind, bleibt die Liebe, die man erfahren hat, als wärmendes Feuer in der Seele bestehen. Das Leben mag zu Asche zerfallen, aber die Erinnerung und die Gefühle bleiben unsterblich. Das Gedicht vermittelt eine optimistische Sicht auf die Vergänglichkeit des Lebens, indem es die ewige Natur von Liebe und Erinnerung betont.
Schlüsselwörter
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Stilmittel
- Metapher
- Ob auch das Leben zu Asche zerstiebt
- Personifikation
- Die sie am flammenden Mittag gesogen