Unmenschliche Liebhaberei
1841Hängt nicht an Hund′ und Katzen eure Herzen, An Blumen, Pferd′ und Pagagei′n - O lernt doch erst der Menschheit Freud′ und Schmerzen Und unter Menschen Mensch zu sein!
Ist euch der Mensch nicht mehr als Hund′ und Kätzchen, Als Blumen, Pferd′ und Papagei′n, So hol′ der Teufel jedes eurer Schätzchen, Und euch, euch hol′ er hinterdrein!
(Aus: Unpolitische Lieder, 1840)
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Interpretation
Das Gedicht "Unmenschliche Liebhaberei" von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben kritisiert die falsche Zuneigung, die Menschen gegenüber Tieren und Dingen zeigen. Der Dichter fordert die Leser auf, ihre Herzen nicht an Hunde, Katzen, Blumen, Pferde und Papageien zu hängen, sondern zuerst die Freuden und Schmerzen der Menschheit zu erleben und unter Menschen ein Mensch zu sein. Der zweite Vers des Gedichts verdeutlicht die Konsequenzen einer solchen unangemessenen Zuneigung. Wenn der Mensch für den Einzelnen nicht mehr wert ist als ein Hund oder eine Katze, eine Blume, ein Pferd oder ein Papagei, dann soll der Teufel jedes dieser "Schätzchen" holen und auch den Menschen selbst. Dies unterstreicht die Bedeutung menschlicher Beziehungen und die Gefahr, die in einer übermäßigen Zuneigung zu Tieren und Dingen liegt. Das Gedicht wurde 1840 in der Sammlung "Unpolitische Lieder" veröffentlicht. Es ist ein Beispiel für Fallerslebens sozialkritische Poesie, die sich oft mit den Missständen der Gesellschaft auseinandersetzte. "Unmenschliche Liebhaberei" ist ein Aufruf zu mehr Menschlichkeit und einem verantwortungsvollen Umgang mit den eigenen Gefühlen und Beziehungen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Hängt nicht an Hund′ und Katzen eure Herzen, An Blumen, Pferd′ und Pagagei′n
- Hyperbel
- So hol′ der Teufel jedes eurer Schätzchen, Und euch, euch hol′ er hinterdrein!
- Kontrast
- O lernt doch erst der Menschheit Freud′ und Schmerzen Und unter Menschen Mensch zu sein!
- Rhetorische Frage
- Ist euch der Mensch nicht mehr als Hund′ und Kätzchen, Als Blumen, Pferd′ und Papagei′n