Unglücksfall
1890Es stehen vor dem Hebekran Ein kleines Kind, ein Hund, ein Mann Die Eisenkette rollt und rinnt, Es staunen Mann und Hund und Kind. Da saust sie nieder auf den Grund, Zerschmettert Mann und Kind und Hund. Gemäßigt naht die Polizei, Ein Chemiker ist auch dabei, Bis er den Totbestand befund: Ein kleines Kind, ein Mann, ein Hund.
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Interpretation
Das Gedicht "Unglücksfall" von Klabund handelt von einem tragischen Unfall, bei dem ein Mann, ein Kind und ein Hund vor einem Hebekran stehen und von einer herabfallenden Eisenkette getötet werden. Die unschuldige Neugier der drei Opfer wird zu Beginn beschrieben, wie sie staunend der Kettenbewegung zuschauen. Die plötzliche tödliche Gefahr, die von der Technik ausgeht, wird in den folgenden Zeilen deutlich, als die Kette herabstürzt und die drei Personen zerschmettert. Die zweite Strophe des Gedichts zeigt die Reaktion der Gesellschaft auf diesen Unglücksfall. Die Polizei nähert sich gemäßigt, ein Chemiker ist ebenfalls anwesend. Der Chemiker untersucht die Leichen und stellt fest, dass es sich um ein kleines Kind, einen Mann und einen Hund handelt. Diese sachliche und emotionslose Beschreibung der Toten steht im krassen Gegensatz zu dem tragischen Ereignis und unterstreicht die Gleichgültigkeit der Gesellschaft gegenüber dem Tod Unschuldiger. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine düstere Botschaft über die Gefahren der modernen Technik und die mangelnde Empathie der Gesellschaft gegenüber tragischen Unfällen. Klabund nutzt eine klare und prägnante Sprache, um die Unschuld der Opfer und die Brutalität des Unfalls darzustellen, sowie die emotionslose Reaktion der Gesellschaft auf das Geschehene.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Die Eisenkette rollt und rinnt
- Anapher
- Ein kleines Kind, ein Hund, ein Mann
- Chiasmus
- Es staunen Mann und Hund und Kind
- Hyperbel
- Zerschmettert Mann und Kind und Hund
- Ironie
- Ein Chemiker ist auch dabei
- Kontrast
- Gemäßigt naht die Polizei