Unerklärbar
1815Ich weiß es nicht, warum die Blume blüht, Ich weiß, sie muß erblühn und Düfte spenden; Ich weiß es nicht, warum der Stern entglüht, Ich weiß es nur, er muß die Strahlen senden.
Ich weiß es nicht, warum die Welle fließt, Ich weiß es nur, sie muß und darf nicht weilen, Warum der Strom sich in das Meer ergießt, Ich weiß es nicht, er muß zum Meer enteilen.
Ich weiß es nicht, warum so nah als fern Dein Bild so treu im Herzen mir geblieben; Vergebens fragst du Blume, Well′ und Stern So weiß auch ich allein, ich muß dich lieben.
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Interpretation
Das Gedicht "Unerklärbar" von Auguste Kurs beschäftigt sich mit der Unbegreiflichkeit natürlicher Phänomene und der menschlichen Emotionen. Der Sprecher reflektiert über die Unmöglichkeit, die Gründe für das Erblühen der Blume, das Leuchten des Sterns, das Fließen der Welle und das Strömen des Flusses zum Meer zu verstehen. Trotz dieser Unkenntnis akzeptiert er, dass diese Dinge geschehen müssen, ohne ihre tieferen Ursachen zu kennen. In den folgenden Strophen wendet sich der Sprecher seiner eigenen Liebe zu, die ebenfalls als unerklärlich dargestellt wird. Die Analogie zu den natürlichen Phänomenen wird hier deutlich: So wie die Blume blühen und der Stern leuchten muss, muss auch der Sprecher lieben. Die Liebe wird als eine ebenso unausweichliche und natürliche Kraft wie die der Naturgesetze dargestellt. Das Gedicht endet mit einer Feststellung der Unentrinnbarkeit der Liebe. Der Sprecher vergleicht seine Liebe mit den unvermeidlichen Prozessen in der Natur und deutet an, dass die Liebe, wie die natürlichen Phänomene, einfach existiert und nicht hinterfragt werden muss. Die abschließende Zeile "So weiß auch ich allein, ich muß dich lieben" unterstreicht die Akzeptanz der Liebe als eine fundamentale und unerklärliche Wahrheit.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Blume, Stern, Welle, Strom, Meer, Herz
- Metapher
- Blume blüht, Stern entglüht, Welle fließt, Strom ergießt
- Parallelismus
- Ich weiß es nicht, warum... Ich weiß es nur, er muß...
- Personifikation
- Blume muß erblühn und Düfte spenden, Stern muß die Strahlen senden, Welle muß und darf nicht weilen, Strom muß zum Meer enteilen
- Rhetorische Frage
- Warum die Blume blüht, warum der Stern entglüht, warum die Welle fließt, warum der Strom sich in das Meer ergießt