Unendlicher Frühling
1899Ich seh dich wieder, Frühling, steigen ins Geäst. Ich seh den dürren Zweig, von deiner Faust umpreßt, Nun wieder glühn und blühn, ich seh den Wiesenpfad Bergauf dir unterm Fuß erstehn und wehn wie Saat.
Dann wirst du wieder um die Gipfel streichen - Schnee, der vergeht, o Weiß, das zum Verbleichen Sich wieder fügt, talüber quillt, o Einsamkeit, Gelöst, hinströmend zärtlich wild und weit.
(Unvollendet)
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Interpretation
Das Gedicht "Unendlicher Frühling" von Maria Luise Weissmann beschreibt die Wiederkehr des Frühlings als eine belebende und erneuernde Kraft. Der Frühling wird als eine Personifizierung dargestellt, die in die Äste steigt und die dürren Zweige mit ihrer Faust umfasst. Dies symbolisiert die Kraft des Frühlings, die Natur zu beleben und zum Leben zu erwecken. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Wirkung des Frühlings auf die Landschaft beschrieben. Der Frühling streicht um die Gipfel und lässt den Schnee vergehen. Dies symbolisiert den Übergang vom Winter zum Frühling und die damit einhergehende Erneuerung der Natur. Die Farbe Weiß, die zum Verbleichen gebracht wird, steht für die Reinheit und Unschuld des Schnees, der nun der Wärme des Frühlings weicht. Das Gedicht endet mit der Beschreibung der Einsamkeit, die sich löst und zärtlich wild und weit hinströmend ist. Dies kann als Metapher für die Befreiung von den Zwängen des Winters und die damit einhergehende Freiheit und Weite verstanden werden. Der unvollendete Zustand des Gedichts unterstreicht die unendliche Natur des Frühlings und seine kontinuierliche Erneuerungskraft.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildlichkeit
- hinströmend zärtlich wild und weit
- Metapher
- talüber quillt, o Einsamkeit
- Personifikation
- sich wieder fügt
- Vergleich
- wehn wie Saat