Und wieder vor der Kompanie
1917… Und wieder vor der Kompanie Tappt meines Fuchsen müder Schritt. Durch Wald und Nachtwind führ′ ich sie, Und hundert Füße rauschen mit.
Der Wald ist wie ein Sterbedom, Der von verwelkten Kränzen träuft, Die Kompanie ein grauer Strom, Der müde Wellen rauschend häuft.
Der graue Strom rauscht hinter mir, Durch Sand und Schnee, durch Laub und Staub, Und Well′ um Welle dort und hier Wird Sonnenraub, wird Erdenraub.
Es schwillt der Strom und ebbt und schwillt . . . . Mein Herz ist müd′, mein Herz ist krank Nach manchem hellen Menschenbild, Das in dem grauen Strom versank.
Die Welt ist grau, die Nacht ist fahl, Mein Haupt zum Pferdehals geduckt, Träum′ ich, wie hell durchs Todestal Mein Strom einst klang lichtüberzuckt . . . .
Mein Fuchs geht immer gleichen Tritt Voran, entlang dem grauen Zug, Und graue Reiter reiten mit, Die er vor mir im Sattel trug. -
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Interpretation
Das Gedicht "Und wieder vor der Kompanie" von Walter Flex handelt von der Erschöpfung und Trauer eines Soldaten, der seine Einheit durch einen düsteren Wald führt. Der Wald wird als "Sterbedom" beschrieben, der von welkenden Kränzen träufelt, und die Kompanie als ein "grauer Strom", der müde Wellen rauschend häuft. Der Soldat träumt von einem helleren Leben, das in dem grauen Strom versunken ist, und sehnt sich danach, dass sein Weg einmal "lichtüberzuckt" klang. Das Gedicht ist geprägt von einer düsteren und melancholischen Stimmung. Die Bilder des Waldes als "Sterbedom" und der Kompanie als "grauer Strom" vermitteln ein Gefühl von Tod und Verfall. Der Soldat selbst ist müde und krank, und er träumt von einem besseren Leben, das er verloren hat. Die Wiederholung des Wortes "grau" unterstreicht die Tristesse und Hoffnungslosigkeit der Situation. Das Gedicht endet mit einem Hoffnungsschimmer. Der Soldat träumt davon, dass sein Weg einmal "lichtüberzuckt" klang, was darauf hindeutet, dass es auch in der Dunkelheit Hoffnung gibt. Die Tatsache, dass er immer noch vor seiner Kompanie marschiert, zeigt, dass er nicht aufgegeben hat. Das Gedicht ist ein eindringliches Zeugnis der Erschöpfung und Trauer des Krieges, aber es vermittelt auch eine Botschaft der Hoffnung und des Durchhaltens.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Der graue Strom rauscht hinter mir
- Bildsprache
- Und hundert Füße rauschen mit
- Kontrast
- Wie hell durchs Todestal Mein Strom einst klang lichtüberzuckt
- Metapher
- Mein Fuchs geht immer gleichen Tritt
- Personifikation
- Die Kompanie ein grauer Strom, Der müde Wellen rauschend häuft
- Symbolik
- Sonnenraub, wird Erdenraub
- Wiederholung
- Mein Herz ist müd′, mein Herz ist krank