Und ob ihr mich von Herd und Heimat triebt

Rainer Maria Rilke

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Und ob ihr mich von Herd und Heimat triebt noch eh ich wusste, wie die Winde wehn, und ob ihr mich von Herd und Heimat triebt, ich muss im Fernen nicht im Fremden gehn und muss nicht bang sein; mir kann nichts geschehn, seit ich begreife, wie mich alles liebt.

Ich hab das ‘Ich’ verlernt und weiß nur: wir . Mit der Geliebten wurde ich zu zwein; und aus uns beiden in die Welt hinein und über alles Wesen wuchs das Wir .

Und weil wir Alles sind, sind wir allein .

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Interpretation

Das Gedicht "Und ob ihr mich von Herd und Heimat triebt" von Rainer Maria Rilke handelt von einer tiefen Verbundenheit und Einheit mit der Welt. Der Sprecher fühlt sich trotz möglicher Vertreibung nicht fremd oder ängstlich, da er verstanden hat, wie sehr ihn alles umgibt und liebt. Diese Erkenntnis gibt ihm ein Gefühl der Sicherheit und Zugehörigkeit. Der zweite Teil des Gedichts beschreibt eine Transformation des Ich-Seins. Der Sprecher hat das "Ich" verloren und lebt nun im "Wir". Diese Einheit entsteht durch die Liebe zu einer Geliebten, aus der eine tiefe Verbundenheit mit der Welt wächst. Das "Wir" symbolisiert eine universelle Verbundenheit, die über das Individuum hinausgeht. Im letzten Teil des Gedichts wird die Idee des "Wir" weitergeführt. Da das "Wir" alles umfasst, ist es auch allein. Diese Einsamkeit ist jedoch nicht negativ, sondern eine tiefe Verbundenheit mit allem, was ist. Das Gedicht endet mit der Erkenntnis, dass die Einheit mit allem das wahre Sein ist.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
weil wir Alles sind, sind wir allein
Anapher
Und ob ihr mich von Herd und Heimat triebt
Chiasmus
Und ob ihr mich von Herd und Heimat triebt
Metapher
Ich hab das 'Ich' verlernt
Parallelismus
Mit der Geliebten wurde ich zu zwein; und aus uns beiden in die Welt hinein und über alles Wesen wuchs das Wir
Personifikation
wie mich alles liebt