Und nachts in tiefer Dunkelheit

Emmy Hennings

1885

Und nachts in tiefer Dunkelheit, da fallen Bilder von den Wänden, Und jemand lacht so frech und breit, Man greift nach mir mit langen Händen. Und eine Frau mit grünem Haar, Die sieht mich traurig an Und sagt, dass sie einst Mutter war, Ihr Leid nicht tragen kann. (Ich presse Dornen in mein Herz Und halte ruhig still, Und leiden will ich jeden Schmerz, Weil man es von mir will.)

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Illustration zu Und nachts in tiefer Dunkelheit

Interpretation

Das Gedicht "Und nachts in tiefer Dunkelheit" von Emmy Hennings beschreibt eine nächtliche Szene voller beunruhigender und surrealer Bilder. Die tiefe Dunkelheit der Nacht wird durch das Fallen von Bildern von den Wänden und das laute, freche Lachen einer unbekannten Person gestört. Es entsteht eine Atmosphäre der Bedrohung und des Unbehagens, in der der Sprecher von langen Händen angegriffen wird. In der zweiten Strophe erscheint eine Frau mit grünem Haar, die den Sprecher traurig ansieht. Sie offenbart, dass sie einst Mutter war, aber ihr Leid nicht mehr ertragen kann. Diese Figur könnte als Symbol für eine gebrochene oder verlorene mütterliche Liebe stehen, die dem Sprecher Schmerz und Trauer bereitet. Die letzte Strophe zeigt die Reaktion des Sprechers auf diese beunruhigenden Erfahrungen. Er presst Dornen in sein Herz und hält still, um jeden Schmerz zu ertragen, weil er glaubt, dass es von ihm erwartet wird. Dies deutet auf eine selbstzerstörerische Haltung und ein Gefühl der Pflicht oder Verpflichtung hin, das Leiden zu akzeptieren. Das Gedicht vermittelt eine düstere und verstörende Stimmung, die von Themen wie Schmerz, Verlust und der Unfähigkeit, sich zu wehren, geprägt ist.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Bildsprache
Und eine Frau mit grünem Haar, Die sieht mich traurig an
Hyperbel
Man greift nach mir mit langen Händen
Ironie
Und leiden will ich jeden Schmerz, Weil man es von mir will
Metapher
Ich presse Dornen in mein Herz
Personifikation
Und nachts in tiefer Dunkelheit, da fallen Bilder von den Wänden