Und meine Seele

Felix Dörmann

1870

Und meine Seele Trat vor mich hin In kothbesudeltem Purpurgewande Und sah mich an, Todestraurig, Mit schwimmenden Augen… Und klagend klangen die Worte: Siegt die Gemeinheit?, Siegt die Noth des Daseins? Muss ich sterben? Und ich nickte, Langsam, Wortlos-ergeben, Dreimal.

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Illustration zu Und meine Seele

Interpretation

Das Gedicht "Und meine Seele" von Felix Dörmann zeigt eine innere Auseinandersetzung des lyrischen Ichs mit seiner Seele. Die Seele tritt in schmutzigem Purpurgewand vor das Ich und blickt es traurig an. Die Seele stellt Fragen nach dem Sieg der Gemeinheit und der Not des Daseins und fragt, ob sie sterben muss. Das Ich antwortet mit einem langsamen, wortlosen Nicken dreimal. Die Interpretation des Gedichts könnte lauten: Das Gedicht beschreibt eine Konfrontation des lyrischen Ichs mit seiner Seele, die in einem schmutzigen Purpurgewand erscheint. Die Seele blickt das Ich traurig an und stellt Fragen nach dem Sinn des Lebens und dem eigenen Tod. Das Ich antwortet mit einem resignierten Nicken, was auf eine innere Zerrissenheit und Verzweiflung hindeutet. Die dreimalige Wiederholung des Nicken könnte als Zeichen der Hoffnungslosigkeit und der Unfähigkeit, auf die Fragen der Seele eine Antwort zu finden, interpretiert werden. Das Gedicht vermittelt eine düstere Stimmung und lässt den Leser über die Fragen nach dem Sinn des Lebens und dem eigenen Tod nachdenken.

Schlüsselwörter

siegt seele trat hin kothbesudeltem purpurgewande sah todestraurig

Wortwolke

Wortwolke zu Und meine Seele

Stilmittel

Bildlichkeit
In kothbesudeltem Purpurgewande
Metapher
Mit schwimmenden Augen
Personifikation
Und meine Seele trat vor mich hin
Rhetorische Frage
Siegt die Gemeinheit? Siegt die Noth des Daseins? Muss ich sterben?
Wiederholung
Dreimal
Wortlosigkeit
Langsam, Wortlos-ergeben