Und die Welt ward mein eigen
1925Deine Augen verschweigen nichts mehr, Und die Welt ward mein eigen. Mit roter Geigen Genuß spielen die Tage uns auf, Die vielen Lieder sind Blumen vor unserm Fuß. Die Liebe steht wie ein singender Vogel Über deinem und meinem Haupt; Sie hat die Erde mit Trauben besteckt Und die Masten meiner Schiffe wie frohe Bäume belaubt. Du hast dein Herz in meinen Garten gelegt, Und mein Garten wird von deinem Herzblut gepflegt.
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Interpretation
Das Gedicht "Und die Welt ward mein eigen" von Max Dauthendey handelt von einer tiefen, erfüllten Liebe, die den Sprecher die Welt in einem neuen, lebendigen Licht sehen lässt. Die Augen der Geliebten offenbaren eine Wahrheit, die den Sprecher die Welt als sein eigenes Reich erfahren lässt. Die Tage spielen wie eine rote Geige, was auf eine sinnliche, leidenschaftliche Zeit hindeutet, in der die Liebe in vollen Zügen genossen wird. Die Lieder, die wie Blumen vor ihren Füßen liegen, symbolisieren die Schönheit und Vielfalt der gemeinsamen Erlebnisse. Die Liebe wird als singender Vogel über ihren Köpfen dargestellt, was ihre erhebende und befreiende Wirkung unterstreicht. Die Erde ist mit Trauben besteckt, was auf Fülle und Genuss hindeutet, während die Masten der Schiffe wie fröhliche Bäume belaubt sind, was auf eine Reise oder ein gemeinsames Abenteuer schließen lässt. Die Liebe durchdringt und bereichert jeden Aspekt ihres Lebens, von der Natur bis zu ihren Unternehmungen. Der letzte Vers offenbart die tiefe Verbundenheit der beiden Liebenden: Sie hat ihr Herz in seinen Garten gelegt, und er pflegt diesen Garten mit dem Blut ihres Herzens. Dies ist ein starkes Bild für die gegenseitige Hingabe und Fürsorge, die ihre Liebe auszeichnet. Der Garten als Metapher für die Liebe impliziert, dass sie gepflegt und gehütet werden muss, um zu gedeihen. Das Herzblut, das ihn nährt, deutet auf die Intensität und Aufopferung hin, die die Liebe erfordert und die sie wiederum hervorbringt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Die vielen Lieder sind Blumen vor unserm Fuß
- Metapher
- die Masten meiner Schiffe wie frohe Bäume belaubt
- Personifikation
- Mit roter Geigen Genuß spielen die Tage uns auf
- Symbolik
- Und mein Garten wird von deinem Herzblut gepflegt