Und bist du erst mein ehlich Weib
1861Und bist du erst mein ehlich Weib, Dann bist du zu beneiden, Dann lebst du in lauter Zeitvertreib, In lauter Pläsier und Freuden.
Und wenn du schiltst und wenn du tobst, Ich werd es geduldig leiden; Doch wenn du meine Verse nicht lobst, Laß ich mich von dir scheiden.
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Interpretation
Das Gedicht "Und bist du erst mein ehlich Weib" von Heinrich Heine handelt von den Erwartungen und Bedingungen, die der Sprecher an seine zukünftige Ehefrau stellt. Er malt ein idyllisches Bild des Ehelebens, in dem die Frau in "lauter Pläsier und Freuden" lebt und der Mann geduldig ihre Launen erträgt. Doch diese Harmonie hat ihre Grenzen: Die Frau muss die Verse des Mannes loben, sonst droht er mit Scheidung. Das Gedicht zeigt die ambivalente Natur der Liebe und Ehe, in der Schönheit und Zärtlichkeit mit Egoismus und Bedingungen einhergehen. Die Sprache des Gedichts ist einfach und volkstümlich, was die Alltäglichkeit der beschriebenen Situation unterstreicht. Die Reime sind regelmäßig und die Verse kurz, was dem Gedicht einen leichten, fast scherzhaften Ton verleiht. Doch hinter dieser scheinbaren Leichtigkeit verbirgt sich eine tiefere Bedeutung: Das Gedicht kritisiert die traditionellen Rollenbilder in der Ehe und die Erwartungshaltung, die oft mit ihnen einhergeht. Der Mann erwartet von seiner Frau, dass sie ihm dient und ihn lobt, während er selbst nur bedingt bereit ist, ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Insgesamt ist "Und bist du erst mein ehlich Weib" ein vielschichtiges Gedicht, das sowohl die Schönheit als auch die Herausforderungen der Ehe thematisiert. Es regt zum Nachdenken über die Natur der Liebe und die Erwartungen an, die wir an unsere Partner stellen, an. Dabei bleibt es stets in einem leicht zugänglichen, volkstümlichen Ton gehalten, der die Tiefe der Aussage nicht verdeckt, sondern vielmehr unterstreicht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Zeitvertreib, in lauter Pläsier und Freuden
- Bedingung
- Doch wenn du meine Verse nicht lobst, Laß ich mich von dir scheiden
- Hyperbel
- Dann lebst du in lauter Zeitvertreib, In lauter Pläsier und Freuden
- Kontrast
- Und wenn du schiltst und wenn du tobst, Ich werd es geduldig leiden
- Reimschema
- AABB