Umsonst
1819Immer rascher fliegt der Funke, jede Dschunke und Spelunke wird auf Wissenschaft bereist, jede Sonne wird gewogen und in Rechnung selbst gezogen, was noch sonnenjenseits kreist.
Immer höh′re Wisenstempel, immer richt′ger die Exempel, wie Natur es draußen treibt, immer klüger und gescheiter, und wir kommen doch nicht weiter, und das Lebensrätsel bleibt.
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Interpretation
Das Gedicht "Umsonst" von Theodor Fontane beschreibt den unermüdlichen menschlichen Drang nach Wissen und Erkenntnis. Es beginnt mit einer schnellen, fast hektischen Darstellung des Fortschritts: Funken fliegen, Schiffe und Kneipen werden wissenschaftlich erforscht, Himmelskörper gewogen und berechnet. Diese Bilder vermitteln den Eindruck einer unaufhaltsamen, alles erfassenden Bewegung der Wissenschaft. Im zweiten Teil des Gedichts setzt sich dieser Fortschritt fort: Es entstehen immer höhere Wissenschaftstempel und immer genauere Beispiele für die Vorgänge in der Natur. Die Menschen werden klüger und gelehrter. Doch trotz all dieser Errungenschaften kommt der Mensch nicht weiter. Das Lebensrätsel bleibt ungelöst. Das Gedicht endet mit einer resignierenden Feststellung: All die Mühe und der Aufwand waren umsonst. Das menschliche Streben nach Erkenntnis bleibt letztlich erfolglos. Das Gedicht "Umsonst" von Theodor Fontane ist eine Kritik an der modernen Wissenschaft und dem menschlichen Wissensdurst. Es zeigt, dass trotz aller Fortschritte und Errungenschaften die grundlegenden Fragen des Lebens unbeantwortet bleiben. Das Gedicht mahnt zur Bescheidenheit und warnt vor der Überheblichkeit des Menschen, der glaubt, alles erklären und beherrschen zu können.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- und in Rechnung selbst gezogen, was noch sonnenjenseits kreist
- Kontrast
- und wir kommen doch nicht weiter, und das Lebensrätsel bleibt
- Metapher
- Immer rascher fliegt der Funke
- Personifikation
- jede Sonne wird gewogen
- Symbolik
- Immer höh′re Wisenstempel