Übergewicht

Joachim Ringelnatz

1924

Es stand nach einem Schiffsuntergange Eine Briefwaage auf dem Meeresgrund. Ein Walfisch betrachtete sie bange, Beroch sie dann lange, Hielt sie für ungesund, Ließ alle Achtung und Luft aus dem Leibe, Senkte sich auf die Wiegescheibe Und sah - nach unten schielend - verwundert: Die Waage zeigte über Hundert.

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Übergewicht

Interpretation

Das Gedicht "Übergewicht" von Joachim Ringelnatz handelt von einer Briefwaage, die nach einem Schiffsuntergang auf dem Meeresgrund landet. Ein Walfisch entdeckt die Waage und betrachtet sie zunächst mit Angst. Er schnüffelt lange an ihr herum und hält sie für ungesund. Der Walfisch lässt daraufhin alle Achtung und Luft aus seinem Körper und sinkt auf die Wiegescheibe der Waage. Als er nach unten schielend die Anzeige der Waage betrachtet, ist er verwundert, dass sie über Hundert anzeigt. Das Gedicht spielt mit der Idee, dass der Walfisch sich selbst wiegt und dabei feststellt, dass er über 100 Einheiten wiegt.

Schlüsselwörter

stand schiffsuntergange briefwaage meeresgrund walfisch betrachtete bange beroch

Wortwolke

Wortwolke zu Übergewicht

Stilmittel

Beschreibung
Ein Walfisch betrachtete sie bange
Ironie
Hielt sie für ungesund
Metapher
Lass alle Achtung und Luft aus dem Leibe
Personifikation
Eine Briefwaage stand auf dem Meeresgrund
Übertreibung
Die Waage zeigte über Hundert