Überall

Joachim Ringelnatz

1927

Überall ist Wunderland Überall ist Leben Bei meiner Tante im Strumpfenband wie irgendwo daneben. Überall ist Dunkelheit Kinder werden Väter. Fünf Minuten später stirbt sich was für einige Zeit. Überall ist Ewigkeit.

Wenn Du einen Schneck behauchst Schrumpft er ins Gehäuse, Wenn Du ihn in Kognak tauchst, Sieht er weiße Mäuse.

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Illustration zu Überall

Interpretation

Das Gedicht "Überall" von Joachim Ringelnatz ist eine Reise durch die Vielfalt und den Widerspruch des Lebens. Es beginnt mit der Idee, dass überall Wunderland und Leben existieren, selbst in den kleinsten und unscheinbarsten Orten. Die Erwähnung der Tante im Strumpfenband deutet auf die Intimität und das Verborgene hin, das überall präsent ist. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Vergänglichkeit des Lebens thematisiert. Die Dunkelheit und der Zyklus von Geburt und Tod werden betont, wobei der Übergang von Kindern zu Vätern und der plötzliche Tod in fünf Minuten die Flüchtigkeit des Daseins unterstreichen. Doch trotz dieser Vergänglichkeit gibt es die Ewigkeit, die über allem steht. Der letzte Teil des Gedichts wechselt zu einer spielerischen und humorvollen Beobachtung der Natur. Die Reaktion der Schnecke auf menschliche Einflüsse – das Schrumpfen ins Gehäuse bei Berührung und das Sehen von weißen Mäusen im Kognak – veranschaulicht die Absurdität und den Witz, der im Alltag zu finden ist. Dies rundet das Gedicht mit einer leichten und amüsanten Note ab, die den Leser zum Schmunzeln bringt.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

Wortwolke zu Überall

Stilmittel

Alliteration
Sieht er weiße Mäuse
Anapher
Überall ist Wunderland Überall ist Leben Überall ist Dunkelheit Überall ist Ewigkeit
Hyperbel
Fünf Minuten später stirbt sich was für einige Zeit
Kontrast
Kinder werden Väter
Metapher
Überall ist Wunderland
Personifikation
Wenn Du einen Schneck behauchst Schrumpft er ins Gehäuse