Über Wissen
unknownGott kenn ich bloß durch Gott: Doch hab ich Gott erkiest, Weiß ich so viel, daß ich das nicht weiß, was Gott ist.
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Interpretation
Das Gedicht "Über Wissen" von Daniel Czepko von Reigersfeld handelt von der paradoxen Natur des menschlichen Wissens über Gott. Der Sprecher gibt zu, dass er Gott nur durch Gott selbst kennt, was auf eine indirekte oder erfahrungsbasierte Erkenntnis hindeutet. Diese Erkenntnis ist jedoch begrenzt, da der Sprecher zugibt, dass er nicht weiß, was Gott wirklich ist. Dieses Unwissen wird als ein tieferes Wissen präsentiert, das über das hinausgeht, was man durch traditionelle Mittel erwerben könnte. Der zweite Vers führt eine Wendung ein, indem der Sprecher sagt, dass er Gott "erkiest" hat. Dies impliziert eine bewusste Entscheidung oder eine Vorliebe für Gott, was auf eine persönliche Beziehung oder eine spirituelle Suche hindeutet. Die Wahl Gottes scheint dem Sprecher ein gewisses Maß an Erkenntnis zu verleihen, aber diese Erkenntnis ist nicht von dem Wissen um die Natur Gottes selbst gekennzeichnet. Im letzten Vers kulminiert das Gedicht in einer paradoxen Aussage: "Weiß ich so viel, daß ich das nicht weiß, was Gott ist." Hier wird das Unwissen über Gott als eine Form des Wissens präsentiert. Der Sprecher scheint zu suggerieren, dass das Eingeständnis der eigenen Begrenztheit im Hinblick auf das Göttliche eine tiefere Form des Verstehens darstellt. Dieses Verständnis basiert nicht auf Fakten oder Definitionen, sondern auf der Anerkennung der unergründlichen Natur Gottes und der eigenen endlichen Existenz.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Chiasmus
- Gott kenn ich bloß durch Gott
- Paradoxon
- Gott kenn ich bloß durch Gott: Doch hab ich Gott erkiest, Weiß ich so viel, daß ich das nicht weiß, was Gott ist.