Über die Schäferey Amœna eines ungenannten Freundes
1872Musa, Venus, Charis schauet, Wie Amœna Staffeln bauet, Auffzusteigen euren Thron. Gebt ihr Raum zur rechten Seite; Schaffet, daß man ihr bereite Eine frische Lorber-Kron′. Phöbus lehnt ihr seinen Wagen, Ihren Ruhm herumb zu tragen Durch das blaue Sternen-Feld. Hermes soll die Flügel fassen, Daß sie sei, verkünden lassen, Zu dem ewig-seyn gesellt. Billich! denn so hohe Sinnen Müssen andren Dank gewinnen, Als ein kriechend Erde-Geist, Den man aus dem eignen nennen Dennoch nicht mag recht erkennen, Weil er andres ist als heist. Sinnen, die vom Himmel kommen, Werden billich aufgenommen In das reine Himmel-klar, Da der schwartzen Erde Schatten Glantz und Flammen ihrer Thaten Nimmermehr vertunkeln thar.
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Interpretation
Das Gedicht "Über die Schäferey Amœna eines ungenannten Freundes" von Friedrich Freiherr von Logau preist die Schäferei (Hirtendichtung) der Amœna als himmlisch inspiriertes und verdienstvolles Werk. Die Musen, Venus und Charis werden aufgefordert, Amœna Raum zu geben, um zu ihrem Thron aufzusteigen. Phöbus (Apollo) soll ihren Ruhm durch das Sternenfeld tragen und Hermes soll verkünden, dass sie zum ewigen Sein gehört. Das Gedicht betont, dass solche hohen Sinne und Taten, die vom Himmel kommen, gebührend im klaren Himmel aufgenommen werden, während die dunklen Schatten der Erde den Glanz und die Flammen ihrer Taten niemals verdunkeln können. Das Gedicht stellt einen starken Kontrast zwischen den erhabenen, himmlischen Qualitäten von Amœnas Schäferei und den kriechenden, irdischen Geistern dar. Es betont, dass die hohen Sinne und Taten, die vom Himmel kommen, einen anderen, angemesseneren Lohn verdienen als diejenigen, die von der Erde geprägt sind. Das Gedicht suggeriert, dass Amœnas Werk so rein und erhaben ist, dass es in den klaren Himmel aufgenommen wird und von den dunklen Schatten der Erde unberührt bleibt. Insgesamt ist das Gedicht eine Hommage an die Schäferei Amœnas und eine Würdigung ihrer künstlerischen Leistung. Es stellt ihre Arbeit als etwas Himmlisches und Ewiggültiges dar, das über das Irdische hinausragt und gebührend gefeiert werden sollte. Das Gedicht verdeutlicht die Überzeugung des Autors, dass wahre Kunst und hohe Sinne einen besonderen Platz im Himmel verdienen und von den dunklen Einflüssen der Erde unberührt bleiben.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Durch das blaue Sternen-Feld
- Hyperbel
- Daß sie sei, verkünden lassen, Zu dem ewig-seyn gesellt
- Kontrast
- Als ein kriechend Erde-Geist
- Metapher
- Schwartzen Erde Schatten
- Personifikation
- Phöbus lehnt ihr seinen Wagen
- Symbolik
- Himmel-klar