Du hast/ o Sylvia! mein treues hertz besiegt/
Und liessest neulich selbst mich deine neigung wissen:
Doch da das arme ding in deinen ketten liegt/
So jagest du mich fort/ und stössest mich mit füssen.
Ach allzugrausame! was quälstu meine glieder?
Behalt dir die person/ gieb mir das hertze wieder.
Uber ihre veränderung
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Kurze Interpretation des Gedichts
Das Gedicht „Über ihre Veränderung“ von Benjamin Neukirch beschreibt in klarer Sprache die schmerzliche Erfahrung des plötzlichen Verlustes von Liebe und Zuneigung. Der Sprecher, der sich an Sylvia wendet, reflektiert über die veränderte Haltung der Geliebten und die daraus resultierende emotionale Qual. Das Gedicht ist von einer direkten und offenen Emotionalität geprägt, die durch die Anrede „o Sylvia!“ und die ehrliche Beschreibung der eigenen Gefühle untermauert wird.
Im ersten Teil des Gedichts wird die anfängliche Liebe und das gegenseitige Bekenntnis zur Zuneigung beschworen. Die Zeilen „Du hast, o Sylvia! mein treues Herz besiegt / Und ließest neulich selbst mich deine Neigung wissen“ deuten auf eine Phase der Glückseligkeit und Gegenseitigkeit hin, in der die Liebe des Sprechers von Sylvia erwidert wurde. Diese positive Erinnerung steht im Kontrast zum folgenden Zustand des Verlassenseins und der Ablehnung, der im weiteren Verlauf des Gedichts beschrieben wird.
Der Wendepunkt wird durch die Beschreibung der jetzigen Situation markiert, in der der Sprecher von Sylvia abgewiesen und missachtet wird. Die Zeilen „Doch da das arme Ding in deinen Ketten liegt, / So jagest du mich fort, und stößest mich mit Füßen“ drücken die tiefe Verletzung und den Schmerz des Sprechers aus. Die Metapher der „Ketten“ symbolisiert die Gefangenschaft des Sprechers in der Liebe, während das „Fortjagen“ und „Mit Füßen Treten“ die Brutalität und Ungerechtigkeit der Handlung Sylvias hervorheben.
Das Gedicht gipfelt in einem eindringlichen Appell, in dem der Sprecher um die Rückgabe seines Herzens bittet. Die Zeile „Behalt dir die Person, gib mir das Herze wieder“ unterstreicht die Verzweiflung und das Verlangen nach Befreiung von dem emotionalen Leid. Hier wird deutlich, dass der Sprecher nicht länger in der Beziehung verweilen will, sondern sich von dem Schmerz der Liebe befreien möchte. Das Gedicht ist somit ein ergreifendes Zeugnis der menschlichen Verletzlichkeit und des Schmerzes über den Verlust der Liebe.
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Lizenz und Verwendung
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