Uber das kupffer-bild…
1734Zürnt nicht/ ihr Gratien/ daß dieser mund die krafft/ Die euch allein gebührt/ so völlig eingesogen. Ihr Musen zürnet nicht/ daß alle wissenschafft Von euren bergen ist in diesen kopff geflogen. Zürnt aber/ wo ihr könnt/ kunst/ feder/ stahl und wissen/ Daß ihr diß alles hier nicht besser abgerissen.
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Interpretation
Das Gedicht "Über das kupffer-bild" von Benjamin Neukirch ist eine poetische Auseinandersetzung mit der Kunst und dem Künstler. Der Sprecher des Gedichts wendet sich an die Musen und Grazien, die personifizierten Göttinnen der Künste und der Anmut, und bittet sie um Vergebung für die übermäßige Begabung des Künstlers, dessen Mund und Kopf die Kraft und das Wissen aufgesogen haben, das ihnen allein zusteht. In den ersten beiden Strophen drückt der Sprecher die Überzeugung aus, dass der Künstler so talentiert ist, dass er die gesamte Kunst und Wissenschaft in sich aufgenommen hat. Die Musen und Grazien werden um Vergebung für dieses "Verbrechen" gebeten, da der Künstler ihre Gaben auf eine einzigartige Weise vereint hat. In der letzten Strophe wendet sich der Sprecher direkt an die Kunst, die Feder, den Stahl und das Wissen und fordert sie auf, sich zu ärgern, dass sie in diesem Künstler nicht besser zur Geltung gekommen sind. Dies deutet darauf hin, dass der Künstler so begabt ist, dass er die Gaben der Musen und Grazien in den Schatten stellt und die Kunst selbst in den Hintergrund drängt. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe Bewunderung für die außergewöhnliche Begabung des Künstlers und die Fähigkeit, die verschiedenen Aspekte der Kunst und Wissenschaft in sich zu vereinen. Es ist eine Hommage an die Macht der Kreativität und die Fähigkeit des Künstlers, die Grenzen der Kunst zu überschreiten und neue Wege zu beschreiten.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Apostrophe
- Ihr Musen zürnt nicht/ daß alle wissenschafft Von euren bergen ist in diesen kopff geflogen.
- Hyperbel
- daß alle wissenschafft Von euren bergen ist in diesen kopff geflogen
- Imperativ
- Zürnt aber/ wo ihr könnt/ kunst/ feder/ stahl und wissen/ Daß ihr diß alles hier nicht besser abgerissen.
- Personifikation
- kunst/ feder/ stahl und wissen