Türmerlied
1832Zum Sehen geboren, Zum Schauen bestellt, Dem Turme geschworen Gefällt mir die Welt.
Ich blick’ in die Ferne, Ich seh’ in der Näh' Den Mond und die Sterne, Den Wald und das Reh.
So seh’ ich in allen Die ewige Zier, Und wie mir’s gefallen, Gefall’ ich auch mir.
Ihr glücklichen Augen, Was je ihr gesehn, Es sei, wie es wolle, Es war doch so schön!
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Interpretation
Das Gedicht "Türmerlied" von Johann Wolfgang von Goethe beschreibt die Perspektive eines Turmwächters, der seine Aufgabe als Betrachter der Welt als erfüllend und erfreulich empfindet. Die erste Strophe führt ein, dass er dazu geboren ist, zu sehen und bestellt ist, zu schauen. Er schwört dem Turm Treue und findet Gefallen an der Welt. Die zweite Strophe verdeutlicht, dass er sowohl in die Ferne als auch in die Nähe blickt und dabei natürliche Elemente wie den Mond, die Sterne, den Wald und das Reh wahrnimmt. Die dritte Strophe betont, dass er in allem die ewige Schönheit sieht und sich selbst an dieser Schönheit erfreut. Die letzte Strophe richtet sich direkt an seine Augen, die alles Gesehene als schön empfunden haben, unabhängig davon, wie es tatsächlich war. Das Gedicht vermittelt eine positive und bewundernde Haltung gegenüber der Welt und der Natur, die der Turmwächter einnimmt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Dem Turme geschworen Gefällt mir die Welt
- Anapher
- Ich blick', Ich seh'
- Enjambement
- Ich blick' in die Ferne, Ich seh' in der Näh'
- Hyperbel
- Es war doch so schön
- Metapher
- Zum Sehen geboren, Zum Schauen bestellt
- Parallelismus
- Zum Sehen geboren, Zum Schauen bestellt
- Personifikation
- Den Mond und die Sterne, Den Wald und das Reh
- Reimschema
- AABB
- Symbolik
- Der Turm als Symbol für Überblick und Perspektive