Trost für mancherlei Tränen
1887Warum sind der Tränen Unterm Monde so viel? Und so manches Sehnen, Das nicht laut sein will?
Nicht doch, lieben Brüder! Ist das unser Mut? Schlagt den Kummer nieder! Es wird alles gut!
Aufgeschaut mit Freuden, Himmelauf zum Herrn! Seiner Kinder Leiden Sieht er gar nicht gern.
Er will gern erfreuen, Und erfreut so sehr; Seine Hände streuen Segens gnug umher.
Nur dies schwach Gemüte Trägt nicht jedes Glück, Stößt die reine Güte Selbst von sich zurück.
Wie′s nun ist auf Erden, Also sollts nicht sein. Laßt uns besser werden; Gleich wirds besser sein.
Der ist bis zum Grabe Wohlberaten hie, Welchem Gott die Gabe Des Vertrauns verlieh.
Den macht das Getümmel Dieser Welt nicht heiß, Wer getrost zum Himmel Aufzuschauen weiß.
Sind wir nicht vom Schlummer Immer noch erwacht? Leben und sein Kummer Daurt nur eine Nacht!
Diese Nacht entfliehet, Und der Tag bricht an, Eh man sichs versiehet - Dann ists wohlgetan.
Wer nur diesem Tage Ruhig harren will, Kömmt mit seiner Plage Ganz gewiß ans Ziel.
Endlich ists errungen, Endlich sind wir da! Droben wird gesungen Ein Viktoria!
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Interpretation
Das Gedicht "Trost für mancherlei Tränen" von Christian Adolph Overbeck beschäftigt sich mit dem Thema Trost und Hoffnung in Zeiten der Trauer und des Leids. Es beginnt mit der Frage nach den vielen Tränen und dem unausgesprochenen Sehnen, das die Menschen unter dem Mond erfahren. Der Dichter ermutigt seine Leser, den Kummer zu besiegen und optimistisch zu bleiben, da alles gut werden wird. Im zweiten Teil des Gedichts richtet sich der Blick des Dichters auf Gott im Himmel. Er betont, dass Gott die Leiden seiner Kinder nicht gerne sieht und ihnen Freude bereiten möchte. Der Dichter beschreibt Gott als einen liebevollen Vater, der Segen und Gnade über seine Kinder ausgießt. Jedoch weist er auch darauf hin, dass die menschliche Schwäche oft dazu führt, dass die reine Güte Gottes abgelehnt wird. Im letzten Teil des Gedichts ermutigt Overbeck die Menschen, sich zu verbessern und besser zu werden. Er betont, dass das Leben auf Erden nicht so bleiben soll, wie es ist, sondern dass sich die Situation zum Besseren wenden wird. Der Dichter hebt die Bedeutung des Vertrauens in Gott hervor und erklärt, dass diejenigen, die sich getrost zum Himmel aufschauen können, nicht von den Turbulenzen dieser Welt beeinflusst werden. Er erinnert daran, dass das Leben und sein Kummer nur eine Nacht dauern, und dass der Tag der Erlösung bald anbrechen wird. Der Dichter schließt mit der Aussage, dass diejenigen, die geduldig auf diesen Tag warten, ihre Plage sicherlich überwinden werden. Letztendlich wird ein triumphaler Sieg im Himmel gefeiert.
Schlüsselwörter
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Stilmittel
- Anapher
- Endlich ists errungen, / Endlich sind wir da! / Droben wird gesungen / Ein Viktoria!
- Metapher
- Endlich ists errungen, / Endlich sind wir da!