Trost

Johann Peter Hebel

1760

Bald denki, ‘s isch e bösi Zit, und weger ‘s End isch nümme wit; bald denki wieder: loß es goh, wenn’s gnug isch, wird’s schon anderst cho. Doch wenni näumen ane gang und ‘s tönt mer Lied und Vogelsang, so meini fast, i hör e Stimm: »Bis z’fride! ‘s isch jo nit so schlimm.«

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Illustration zu Trost

Interpretation

Das Gedicht "Trost" von Johann Peter Hebel beschäftigt sich mit der menschlichen Neigung, in schwierigen Zeiten die Hoffnung zu verlieren und das Schlimmste zu befürchten. Der Sprecher des Gedichts durchlebt eine emotionale Achterbahnfahrt, in der er zwischen Pessimismus und Optimismus schwankt. In den ersten beiden Zeilen drückt er seine Angst vor einer "bösen Zeit" aus und glaubt, dass das Ende naht. Doch schon im nächsten Moment versucht er sich selbst zu beruhigen und hofft, dass sich die Situation ändern wird, sobald "es gnug" ist. Der zweite Teil des Gedichts bringt eine Wendung, als der Sprecher von einem Lied und Vogelsang berührt wird. Diese natürlichen Klänge scheinen ihm eine Botschaft der Hoffnung und des Trostes zu übermitteln. Die Zeile "Bis z'fride! 's isch jo nit so schlimm" kann als eine innere Stimme interpretiert werden, die den Sprecher daran erinnert, dass die Dinge nicht so schlimm sind, wie sie zunächst erscheinen mögen. Diese Stimme ermutigt ihn, geduldig zu sein und auf bessere Zeiten zu hoffen. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine wichtige Botschaft über die Kraft der Hoffnung und die Fähigkeit des Menschen, in schwierigen Situationen Trost zu finden. Hebel nutzt die Natur als Quelle der Inspiration und des Trostes, was darauf hindeutet, dass wir in der Schönheit und Harmonie der natürlichen Welt oft eine Quelle der Stärke und des Trostes finden können. Das Gedicht erinnert uns daran, dass selbst in den dunkelsten Stunden ein Funken Hoffnung existiert und dass wir durch Geduld und Ausdauer schwierige Zeiten überwinden können.

Schlüsselwörter

isch bald denki bösi zit weger end nümme

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Stilmittel

Anapher
Bald denki, ‘s isch e bösi Zit, und weger ‘s End isch nümme wit; bald denki wieder: loß es goh
Kontrast
bald denki, ‘s isch e bösi Zit, und weger ‘s End isch nümme wit; bald denki wieder: loß es goh, wenn’s gnug isch, wird’s schon anderst cho.
Personifikation
wenni näumen ane gang und ‘s tönt mer Lied und Vogelsang, so meini fast, i hör e Stimm: »Bis z’fride! ‘s isch jo nit so schlimm.«