Trost
1777Wenn alles eben käme, wie du gewollt es hast, und Gott dir gar nichts nähme und gäb′ dir keine Last, wie wär′s da um dein Sterben, du Menschenkind, bestellt? Du müßtest fast verderben, so lieb wär′ dir die Welt!
Nun fällt - eins nach dem andern -manch süßes Band dir ab, und heiter kannst du wandern gen Himmel durch das Grab; dein Zagen ist gebrochen, und deine Seele hofft. - Dies ward schon oft gesprochen, doch spricht man′s nie zu oft.
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Interpretation
Das Gedicht "Trost" von Friedrich de la Motte Fouqué thematisiert die menschliche Existenz und den Umgang mit Leid. Es beginnt mit der Frage, wie es um den Menschen bestellt wäre, wenn alles nach seinem Willen ginge und Gott ihm keine Last auferlegte. Die Antwort darauf ist, dass der Mensch in einer solchen Welt fast zugrunde gehen müsste, da ihm die Welt zu lieb wäre. Das Gedicht beschreibt, dass es im Leben notwendig ist, dass "süße Bande" nach und nach abfallen. Dies wird als positiv dargestellt, da es dem Menschen ermöglicht, "gen Himmel durch das Grab" zu wandern. Das Zagen und die Angst werden gebrochen und die Seele gewinnt Hoffnung. Der Tod wird somit nicht mehr als etwas Furchterregendes, sondern als Übergang in eine bessere Welt gesehen. Das Gedicht schließt mit der Feststellung, dass diese Erkenntnis zwar oft ausgesprochen wurde, aber nie zu oft gesprochen werden kann. Es ist eine Ermutigung, die Herausforderungen des Lebens als notwendige Schritte auf dem Weg zu einem höheren Ziel zu betrachten und Trost in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu finden.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Aufzählung
- eins nach dem andern
- Hypothetische Frage
- Wenn alles eben käme, wie du gewollt es hast, und Gott dir gar nichts nähme und gäb′ dir keine Last, wie wär′s da um dein Sterben, du Menschenkind, bestellt?
- Metapher
- manch süßes Band dir ab
- Personifikation
- deine Seele hofft
- Wiederholung
- Doch spricht man′s nie zu oft