Trost (2)
1889Friedevoll und feierlich Liegt der Wald im Schweigen, Leise nur die Wipfel sich Zu einander neigen.
Heil′ger, süßer Ahnung gleich Dämmert′s in den Bäumen, Und es flötet sanft und weich Wie von goldnen Träumen.
Plötzlich aber schwankt ein Strauch, Und die Wipfel beben, Und die süßen Stimmen auch Nach und nach verschweben … .
Sturmwind brauste wild; — doch bald Ist er schon beschworen, Und es ruht der ganze Wald Wieder traumverloren.
So, mein Herz, so wiß auch du: Ob der Sturm dich schüttelt Und aus deiner süßen Ruh′ Wild empor dich rüttelt —
Alle seine grause Macht Wird ihm bald benommen, Und das Glück muß über Nacht Ganz dir wiederkommen!
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Interpretation
Das Gedicht "Trost (2)" von Max Vogler thematisiert die Vergänglichkeit von Turbulenzen und die Rückkehr von Frieden und Glück. Das Gedicht beginnt mit einer ruhigen und feierlichen Stimmung im Wald, wo die Bäume leise miteinander sprechen und eine heilige, süße Ahnung in der Luft liegt. Die friedliche Atmosphäre wird jedoch plötzlich durch einen Sturm gestört, der die Bäume erschüttert und die süßen Stimmen verstummen lässt. Der Sturmwind tobt wild, doch bald wird er beschworen und der ganze Wald ruht wieder in traumverlorener Ruhe. Der Dichter zieht eine Parallele zu seinem eigenen Herzen und ermutigt es, zu wissen, dass selbst wenn der Sturm es erschüttert und aus seiner süßen Ruhe reißt, die grausame Macht des Sturms bald gebrochen sein wird. Das Glück wird über Nacht zurückkehren und dem Herzen wieder ganz gehören. Das Gedicht vermittelt eine Botschaft der Hoffnung und des Trostes. Es erinnert den Leser daran, dass selbst in den dunkelsten Stürmen des Lebens, die uns aus unserer Ruhe reißen und erschüttern, der Frieden und das Glück zurückkehren werden. Der Dichter ermutigt sein Herz, diese Wahrheit zu erkennen und sich darauf zu verlassen, dass die grausame Macht des Sturms nicht von Dauer sein wird.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Sturmwind brauste wild
- Metapher
- Heil′ger, süßer Ahnung gleich Dämmert′s in den Bäumen
- Personifikation
- Und das Glück muß über Nacht Ganz dir wiederkommen
- Vergleich
- Und es flötet sanft und weich Wie von goldnen Träumen