Trost

Elisabeth Kulmann

unbekannt

Du lachst des Klanges meiner Saiten, Und siehst herab auf mich mit Schmach? Wo ich hingeh′, wirst du nicht schreiten, Weit hinter mir laß′ ich dich nach!

Nicht immer, Stolze, wirst du leben, Und todt, denkt Niemand mehr an dich; Mich aber wird der Tod erheben, Zieht einen Strahlenkreis um mich!

Der Leidende singt meine Lieder, Und findet Trost für seinen Schmerz; Und hallen sie beim Festmahl wieder, Mit Wonne füllen sie das Herz!

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Trost

Interpretation

Das Gedicht "Trost" von Elisabeth Kulmann thematisiert den Kontrast zwischen vergänglicher irdischer Anerkennung und dem bleibenden Einfluss künstlerischen Schaffens. Die Sprecherin, die als Musikerin oder Dichterin interpretiert werden kann, wendet sich an eine Person, die ihr Werk verächtlich betrachtet. Sie deutet an, dass diese Person zwar in der Gegenwart über sie lachen und herabschauen mag, aber nicht in der Lage sein wird, den Weg der Künstlerin zu gehen oder ihr zu folgen. Die Sprecherin prophezeit, dass die "Stolze" nicht ewig leben wird und nach ihrem Tod vergessen sein wird, während sie selbst durch den Tod erhoben und von einem "Strahlenkreis" umgeben sein wird. Die Künstlerin betont die zeitlose und tröstende Wirkung ihrer Lieder. Sie weist darauf hin, dass ihre Werke den Leidenden Trost spenden und auch bei festlichen Anlässen Freude bereiten. Diese doppelte Funktion ihrer Kunst – sowohl als Balsam für die Trauernden als auch als Quelle der Freude für die Feiernden – unterstreicht die universelle und dauerhafte Bedeutung ihres Schaffens. Die Sprecherin scheint zu suggerieren, dass wahre Kunst die Zeit überdauert und sowohl in Zeiten des Leids als auch der Freude relevant bleibt. Das Gedicht vermittelt eine Botschaft der Hoffnung und des Trostes für die Künstlerin selbst. Trotz der aktuellen Verachtung und des Hasses, dem sie begegnet, findet sie Trost in der Vorstellung, dass ihre Werke weiterleben und Menschen in verschiedenen Lebenslagen erreichen werden. Die letzte Strophe betont die transformative Kraft der Kunst, die sowohl emotionalen Schmerz lindern als auch Freude bereiten kann. Diese Vorstellung von der bleibenden Wirkung der Kunst dient als tröstlicher Gedanke für die Sprecherin und als implizite Kritik an der vergänglichen Natur des menschlichen Lebens und der irdischen Anerkennung.

Schlüsselwörter

wirst lachst klanges saiten siehst herab schmach hingeh

Wortwolke

Wortwolke zu Trost

Stilmittel

Frage
Du lachst des Klanges meiner Saiten, Und siehst herab auf mich mit Schmach?
Hyperbel
Mit Wonne füllen sie das Herz!
Kontrast
Nicht immer, Stolze, wirst du leben, Und todt, denkt Niemand mehr an dich; Mich aber wird der Tod erheben
Metapher
Zieht einen Strahlenkreis um mich!
Personifikation
Der Leidende singt meine Lieder, Und findet Trost für seinen Schmerz