Trippel Trippel trap, trab, trap...

Clemens Brentano

1778

Trippel Trippel trap, trab, trap Heut schließ ich die Tür nicht ab Wenn ich dich erst bei mir hab Küß ich dich recht tüchtig ab.

Weck mir nicht die Mutter auf Nur nicht hust, nicht nies, nicht schnauf, Nicht zu stolz renn mir herauf, Wer hoffärtig fällt leicht drauf.

Weck mir nicht die Martinsgans, Tritt dem Hund nicht auf den Schwanz, Schleiche wie der Mondenglanz, Wie ein Floh im Hochzeitskranz

Stoß mir nicht die Kübel um Liebster Schatz, ich bitt dich drum Rumpelt er rumpidipum Liebster Schatz, das wäre dumm

Und vor allem ich dich bitt Auf der Treppe in der Mitt Mache einen großen Schritt Von vier Stufen fehlt die dritt

In das Maul nimm deine Schuh Kömmt die Magd, so fahr drauf zu Dann glaubt sie, du seist Wu Wu Kriecht ins Bett und läßt uns Ruh.

Gehe links, ach geh nicht recht Sonst kömmst du zum Oberknecht Und da kriegst du ein Gefecht Und der Jockel schmeißt nicht schlecht

Steig auch nicht bis unters Dach Kömmst [sonst] in das Taubenfach, Da wird gleich mein Bruder wach, Eilet schnell dem Marder nach.

Bist du vor der Kammertür Klage deinen Jammer mir, Dann schieb ich die Klammer für Schrei, wer ist, Potz Hammer, hier.

Und da wachet alles auf Mutter, Bruder, Knecht im Lauf Nahn, es wird ′ne Prügeltrauf. Besser als ′ne Kindertauf!

Doch es ging ′nen andern Gang, Mutter nach neun Monden sang, Mädel, ′s wird mir angst und bang, Sonst war ja dein Röckchen lang.

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Interpretation

Das Gedicht "Trippel Trippel trap, trab, trap" von Clemens Brentano handelt von einer heimlichen nächtlichen Begegnung zwischen Liebenden. Der Erzähler bittet seinen Liebsten, leise und vorsichtig zu ihm zu kommen, um die anderen im Haus nicht zu wecken. Es gibt zahlreiche Anweisungen und Warnungen, wie er sich auf dem Weg durchs Haus verhalten soll, um keine Geräusche zu machen oder mit Haustieren oder anderen Personen zusammenzustoßen. Der zweite Teil des Gedichts beschreibt, was passiert, wenn sie trotz aller Vorsicht entdeckt werden. Mutter, Bruder und Knecht erwachen und es kommt zu einer Schlägerei. Der Erzähler scherzt, dass dies besser sei als eine Kindertaufe. Im letzten Strophenabschnitt wird enthüllt, dass die Liebenden doch entdeckt wurden und die Mutter nach neun Monaten ein Kind gebar. Das Mädchen bemerkt, dass ihr Rock nun kürzer ist, was darauf hindeutet, dass sie selbst schwanger ist. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine humorvolle und leichtfertige Stimmung. Es thematisiert jugendliche Leidenschaft und Unbedachtheit, die ungewollte Folgen haben können. Die spielerische Sprache und der Reimschema tragen zur heiteren Atmosphäre bei, trotz des ernsten Hintergrunds einer ungewollten Schwangerschaft.

Schlüsselwörter

mutter sonst trippel trap recht weck drauf liebster

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Stilmittel

Alliteration
Küß ich dich recht tüchtig ab
Anapher
Weck mir nicht die Mutter auf
Hyperbel
Es wird 'ne Prügeltrauf. Besser als 'ne Kindertauf!
Metapher
Schleiche wie der Mondenglanz
Onomatopoesie
Trippel Trippel trap, trab, trap
Personifikation
Mutter nach neun Monden sang
Vergleich
Wie ein Floh im Hochzeitskranz