Treuegelöbnis
1905So soll es sein: Ich lebe dein, dein Stab und deine Stütze, dass jederzeit in Sturm und Streit dich meine Treu′ beschütze.
In Streit und Schmerz ein treues Herz - so sollst du stets mich kennen. Kein fremdes Glück soll mein Geschick von deinem Lose trennen.
Gern steig′ ich an auf rauer Bahn, weiß ich nur dich im Frieden. Bei dir allein ist Sonnenschein und all mein Glück hienieden.
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Interpretation
Das Gedicht "Treuegelöbnis" von Hermann Lingg ist eine leidenschaftliche Liebeserklärung, die die tiefe Verbundenheit und Treue des lyrischen Ichs zu seinem geliebten Menschen zum Ausdruck bringt. In den ersten Strophen verspricht der Sprecher, ein treuer Begleiter zu sein, der seinen Partner in allen Lebenslagen, insbesondere in stürmischen Zeiten und Konflikten, schützt und unterstützt. Das Bild des "Stabes und der Stütze" verdeutlicht die Rolle als verlässlicher Halt und Beschützer. In der zweiten Strophe betont das lyrische Ich die unerschütterliche Treue und die Bereitschaft, in Zeiten des Leids und Schmerzes beizustehen. Es wird deutlich, dass das eigene Schicksal untrennbar mit dem des geliebten Menschen verbunden ist und kein äußeres Glück oder Schicksal diese tiefe Verbundenheit trennen kann. Die Treue wird als unverbrüchlich und selbstlos dargestellt. Die abschließende Strophe zeigt die Bereitschaft des lyrischen Ichs, auch schwierige Wege zu gehen, solange der geliebte Mensch dabei ist. Die Anwesenheit des Partners wird als Quelle des Friedens und des Glücks beschrieben, wobei die Sonne als Symbol für Wärme, Licht und Freude dient. Das Gedicht endet mit der Gewissheit, dass das wahre Glück nur in der Gemeinschaft mit dem geliebten Menschen zu finden ist.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Kein fremdes Glück soll mein Geschick von deinem Lose trennen.
- Hyperbel
- Bei dir allein ist Sonnenschein und all mein Glück hienieden.
- Kontrast
- In Streit und Schmerz ein treues Herz
- Metapher
- Ich lebe dein, dein Stab und deine Stütze
- Parallelismus
- So soll es sein: Ich lebe dein, dein Stab und deine Stütze, dass jederzeit in Sturm und Streit dich meine Treu′ beschütze.
- Reimschema
- So soll es sein: Ich lebe dein, dein Stab und deine Stütze, dass jederzeit in Sturm und Streit dich meine Treu′ beschütze.