Treue
1877Ihr müsst dies Herz nicht schelten, Das sich so schwer ergibt, Könnt schneller es gesunden, Dann hätt es nie geliebt.
Es gliche dann sein Fühlen Ja nur dem Morgentau, Den eine Sonnenstunde Hinwegküsst von der Au.
Dann wär es wie die Welle, So leicht und schnell erregt, Und wie der Sommerfaden, Den jeder Hauch bewegt.
Doch ach! es gleicht dem Felsen, Der sich nicht beugen lässt; Wie er am Schoß der Erde, Hält es sein Fühlen fest.
Weil man darauf kann bauen, Wie auf den Felsengrund, Weil es ein Starkes, Festes, Wird es so schwer gesund!
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Interpretation
Das Gedicht "Treue" von Luise Büchner handelt von der tiefen und beständigen Natur der Liebe. Die erste Strophe führt das Thema ein, indem sie darauf hinweist, dass das Herz, das sich schwer ergibt und schwer gesundet, nur deshalb so ist, weil es geliebt hat. Die Liebe wird als etwas dargestellt, das das Herz verletzlich macht, aber auch unvergänglich. Die folgenden Strophen vergleichen die Liebe mit vergänglichen Dingen wie Morgentau und Sommerfäden, um zu zeigen, wie leicht und vergänglich sie sein könnten, wenn sie nicht so tief und beständig wäre. Diese Vergleiche betonen die Zerbrechlichkeit und Flüchtigkeit, die der Liebe innewohnen könnten, wenn sie nicht so stark wäre. Die letzte Strophe vergleicht die Liebe mit einem Felsen, der sich nicht beugen lässt und fest an der Erde hält. Dieser Vergleich verdeutlicht die Beständigkeit und Unveränderlichkeit der Liebe, die trotz aller Widrigkeiten standhaft bleibt. Das Gedicht endet mit der Feststellung, dass die Liebe deshalb so schwer gesundet, weil sie so stark und fest ist, dass man darauf bauen kann wie auf einen festen Felsengrund.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Könnt schneller es gesunden
- Metapher
- Dann hätt es nie geliebt
- Personifikation
- Den jeder Hauch bewegt
- Symbolik
- Starkes, Festes
- Vergleich
- Doch ach! es gleicht dem Felsen