Trennungen in dieser Zeit
unknownWas bleibt mir, wenn wir von einander scheiden? Auch du siehst etwas bleich aus schwarzem Wagen, Noch einmal zu mir her, von Qualm beschlagen - Weiß winkt die Einsamkeit, ein bleibend Leiden.
Was lebt in mir, wenn wir Lebwohl uns sagen, Verschiednen Tons? Die großen Räder schneiden Bald die verschlungnen Hände durch, uns beiden, Denn alle Uhren schlagen Abschied, schlagen -
Was denke ich? Hier endlich nicht mehr denke! Denn alles schwebt - Minuten schön - Geschenke - Es ist so schmerzlich gut, dich noch zu sehn.
Und du? Die fremde Welt kanns doch verstehn, Dass auch die Männer manchmal weinen müssen, Ja, sie erlaubt am Bahnhof, dich zu küssen.
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Trennungen in dieser Zeit" von Alfred Wolfenstein thematisiert die emotionale Zerrissenheit und den Schmerz, der mit Abschieden einhergeht. Der lyrische Ich-Erzähler beschreibt die Szene eines Bahnhofes, wo sich zwei Liebende trennen müssen. Die Atmosphäre ist von Melancholie und Einsamkeit geprägt, symbolisiert durch den "schwarzem Wagen" und den "Qualm". Die "Weiß winkt die Einsamkeit" verdeutlicht die bleibende Leere und das Leiden, das der Trennung folgen wird. Die zweite Strophe verdeutlicht die Unausweichlichkeit der Trennung. Die "großen Räder" des Zuges symbolisieren die Zeit, die unaufhaltsam voranschreitet und die Verbindung zwischen den Liebenden durchtrennt. Die "Uhren schlagen Abschied" unterstreicht die Endgültigkeit des Moments und die Tatsache, dass alle Zeit der Welt nicht ausreicht, um die Trennung aufzuhalten. In der letzten Strophe reflektiert der Erzähler über den Moment des Abschieds. Er möchte nicht mehr denken, sondern einfach im gegenwärtigen Moment verweilen, auch wenn dieser von Schmerz und Sehnsucht geprägt ist. Die "Minuten schön - Geschenke" symbolisieren die kostbaren Augenblicke, die noch bleiben, bevor die endgültige Trennung stattfindet. Die letzte Zeile deutet an, dass auch Männer erlaubt sind, ihre Emotionen zu zeigen und zu weinen, besonders an einem Ort wie dem Bahnhof, wo Abschiede alltäglich sind.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Was bleibt mir
- Bildsprache
- von Qualm beschlagen
- Enjambement
- Was denke ich? Hier endlich nicht mehr denke!
- Kontrast
- Verschiednen Tons
- Metapher
- Weiß winkt die Einsamkeit, ein bleibend Leiden
- Personifikation
- Weiß winkt die Einsamkeit
- Symbolik
- Die großen Räder schneiden