Traumgekrönt

Rainer Maria Rilke

1875

Das war der Tag der weißen Chrysanthemem, Mir bangte fast vor seiner Pracht… Und dann, dann kamst du mir die Seele nehmen Tief in der Nacht. Mir war so bang, und du kamst lieb und leise, Ich hatte grad im Traum an dich gedacht. Du kamst, und leis′ wie eine Märchenweise Erklang die Nacht.

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Illustration zu Traumgekrönt

Interpretation

Das Gedicht "Traumgekrönt" von Rainer Maria Rilke beschreibt einen Tag, der von der Pracht der weißen Chrysanthemen geprägt ist. Der Sprecher fühlt sich von dieser Schönheit überwältigt und bangt fast vor ihrer Pracht. Doch dann kommt die Nacht, und in dieser Nacht erscheint eine geliebte Person, die dem Sprecher die Seele nimmt. Die zweite Strophe des Gedichts verdeutlicht die Angst des Sprechers vor diesem Treffen. Er fühlt sich unsicher und bang, doch die geliebte Person kommt lieb und leise zu ihm. Interessanterweise hatte der Sprecher gerade im Traum an diese Person gedacht, was die Verbindung zwischen Traum und Wirklichkeit verstärkt. Die letzte Strophe des Gedichts beschreibt die Ankunft der geliebten Person in der Nacht. Sie kommt leise und sanft, wie eine Märchenweise. Die Nacht selbst erklingt wie eine Melodie, was die magische und traumhafte Atmosphäre des Gedichts unterstreicht. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Mischung aus Angst, Sehnsucht und romantischer Verzauberung.

Schlüsselwörter

kamst nacht tag weißen chrysanthemem bangte fast pracht

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Stilmittel

Hyperbel
Mir bangte fast vor seiner Pracht
Metapher
die Seele nehmen
Personifikation
Erklang die Nacht
Vergleich
leis' wie eine Märchenweise