Traum

Alfred Wolfenstein

1883

Lange lebt ich in den Straßen, und mit allen nackend, Ich genoss, mein Geist war steif vor Aufenthalt - Bis mir heut entstieg: Ich sei so nicht gerne.

Und aus Häusern, sich vergebens zahllos zackend, Wie ein Strom eilt ich in den Wald, Mich begleiteten die runden Sterne.

Mit dem Atmen aus der Nacht mich entschlackend, Meinen Kopf schneeig weit und kalt, So entschwand ich mir in die Ferne.

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Illustration zu Traum

Interpretation

Das Gedicht "Traum" von Alfred Wolfenstein beschreibt eine Reise von der Enge der Stadt in die Freiheit der Natur. Der Sprecher lebte lange in den Straßen, nackt und offen für alle, aber sein Geist wurde steif durch den Aufenthalt. Doch heute entschloss er sich, dass er so nicht mehr leben wollte. Er verließ die zahllosen, sich vergebens zackenden Häuser und eilte wie ein Strom in den Wald, begleitet von den runden Sternen. Im Wald begann er, sich von der Nacht zu befreien und zu entschlacken. Sein Kopf wurde schneeig weit und kalt, während er sich in die Ferne entschwand. Die Natur und die Sterne begleiteten ihn auf seiner Reise zu sich selbst. Das Gedicht vermittelt das Gefühl der Befreiung von den Zwängen der Stadt und der Suche nach Freiheit und Selbstfindung in der Natur. Der Sprecher findet in der Nacht und der Ferne einen Weg zu sich selbst und zu einem neuen, freieren Leben.

Schlüsselwörter

lange lebt straßen allen nackend genoss geist steif

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Stilmittel

Metapher
So entschwand ich mir in die Ferne
Personifikation
sich vergebens zahllos zackend