Traum des Bösen (2)
1912Verhallend eines Sterbeglöckchens Klänge - Ein Liebender erwacht in schwarzen Zimmern, Die Wang′ an Sternen, die im Fenster flimmern. Am Strome blitzen Segel, Masten, Stränge.
Ein Mönch, ein schwangres Weib dort im Gedränge. Guitarren klimpern, rote Kittel schimmern. Kastanien schwül in goldnem Glanz verkümmern; Schwarz ragt der Kirchen trauriges Gepränge.
Aus bleichen Masken schaut der Geist des Bösen. Ein Platz verdämmert grauenvoll und düster; Am Abend regt auf Inseln sich Geflüster.
Des Vogelfluges wirre Zeichen lesen Aussätzige, die zur Nacht vielleicht verwesen. Im Park erblicken zitternd sich Geschwister.
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Interpretation
Das Gedicht "Traum des Bösen (2)" von Georg Trakl handelt von einer düsteren und bedrückenden Atmosphäre, die von Tod, Verfall und dem Bösen geprägt ist. Der erste Teil des Gedichts beschreibt einen Liebenden, der in einem schwarzen Zimmer erwacht und durch das Fenster auf Sterne blickt. Die Szenerie am Fluss wird durch das Blitzen von Segeln, Masten und Strängen verstärkt. Der zweite Teil des Gedichts führt uns in ein Gedränge, wo ein Mönch und eine schwangere Frau zu sehen sind. Die Klänge von Gitarren und das Schimmern roter Kittel vermitteln eine gewisse Unruhe. Kastanien verkommen in schwüler Hitze, während die traurige Menge vor der Kirche schwarz und bedrückend wirkt. Der dritte Teil des Gedichts beschreibt den Geist des Bösen, der aus bleichen Masken schaut. Ein Platz verdämmert grauenvoll und düster, während sich am Abend auf Inseln ein Geflüster regt. Der letzte Teil des Gedichts zeigt Aussätzige, die die wirren Zeichen des Vogelfluges lesen und zur Nacht vielleicht verwesen. Im Park erblicken sich zitternd Geschwister.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Verhallend eines Sterbeglöckchens Klänge
- Bildsprache
- Kastanien schwül in goldnem Glanz verkümmern
- Kontrast
- Ein Liebender erwacht in schwarzen Zimmern
- Metapher
- Die Wang' an Sternen, die im Fenster flimmern
- Personifikation
- Am Abend regt auf Inseln sich Geflüster
- Stimmung
- Schwarz ragt der Kirchen trauriges Gepränge
- Symbolik
- Des Vogelfluges wirre Zeichen lesen