Traum des Bösen (1)
1914Verhallend eines Gongs braungoldne Klänge Ein Liebender erwacht in schwarzen Zimmern Die Wang′ an Flammen, die im Fenster flimmern. Am Strome blitzen Segel, Masten, Strange.
Ein Mönch, ein schwangres Weib dort im Gedränge Guitarren klimpern, rote Kittel schimmern. Kastanien schwül in goldnem Glanz verkümmern; Schwarz ragt der Kirchen trauriges Gepränge.
Aus bleichen Masken schaut der Geist des Bösen. Ein Platz verdämmert grauenvoll und düster; Am Abend regt auf Inseln sich Geflüster.
Des Vogelfluges wirre Zeichen lesen Aussätzige, die zur Nacht vielleicht verwesen. Im Park erblicken zitternd sich Geschwister.
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Interpretation
Das Gedicht "Traum des Bösen (1)" von Georg Trakl beschreibt eine düstere und bedrohliche Atmosphäre. Der Gong erklingt mit braungoldenen Klängen, während ein Liebender in einem schwarzen Zimmer erwacht. Die Wangen sind von Flammen gerötet, die im Fenster flimmern. Am Fluss glitzern Segel, Masten und Taue. In einer Menschenmenge befindet sich ein Mönch und eine schwangere Frau. Gitarren klimpern, rote Gewänder schimmern. Kastanien welken in der schwülen Hitze. Die Kirche ragt schwarz und traurig in die Höhe. Aus bleichen Masken blickt der Geist des Bösen hervor. Ein Platz verdüstert sich auf grauenvolle Weise. Am Abend regt sich auf Inseln ein Geflüster. Aussätzige lesen die wirren Zeichen des Vogelfluges und verwesen vielleicht in der Nacht. Im Park erblicken sich zitternd Geschwister.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Ein Platz verdämmert grauenvoll und düster
- Farbsymbolik
- Guitarren klimpern, rote Kittel schimmern
- Hyperbel
- Aussätzige, die zur Nacht vielleicht verwesen
- Kontrast
- Schwarz ragt der Kirchen trauriges Gepränge
- Metapher
- Verhallend eines Gongs braungoldne Klänge
- Personifikation
- Im Park erblicken zitternd sich Geschwister
- Symbolik
- Des Vogelfluges wirre Zeichen lesen
- Übertragung
- Kastanien schwül in goldnem Glanz verkümmern