Traum

August Stramm

1874

Durch die Büsche winden Sterne Augen tauchen blaken sinken Flüstern plätschert Blüten gehren Düfte spritzen Schauer stürzen Winde schnellen prellen schwellen Tücher reißen Fallen schrickt in tiefe Nacht.

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Illustration zu Traum

Interpretation

Das Gedicht "Traum" von August Stramm ist ein expressionistisches Werk, das die chaotischen und fragmentierten Erlebnisse eines Traums einfängt. Die Sprache ist geprägt von kurzen, abrupten Sätzen und ungewöhnlichen Wortkombinationen, die den Leser in eine surreale, traumhafte Welt entführen. Die Sterne, die sich durch die Büsche winden, und die tauchenden, blaken Augen schaffen eine Atmosphäre des Unheimlichen und der Verwirrung, die typisch für die Traumwelt ist. Die Verwendung von Verben wie "tauchen", "sinken", "plätschern", "schießen" und "stürzen" vermittelt eine Dynamik und Bewegung, die den flüchtigen und unvorhersehbaren Charakter von Träumen widerspiegelt. Die Düfte, die spritzen, und die Schauer, die stürzen, verstärken das Gefühl der Überwältigung und des Chaos, das oft mit dem Träumen verbunden ist. Die Winde, die schnellen, prellen und schwellen, tragen zur Unruhe und Unbeständigkeit der Traumlandschaft bei. Der Schluss des Gedichts, mit den zerrissenen Tüchern und dem Fall in die tiefe Nacht, deutet auf einen abrupten und möglicherweise beängstigenden Übergang hin. Dies könnte das Erwachen aus dem Traum oder den Übergang in eine noch tiefere, unbekannte Traumebene symbolisieren. Insgesamt vermittelt das Gedicht die Desorientierung und das Gefühl der Hilflosigkeit, das oft mit dem Träumen einhergeht, und nutzt dabei eine innovative und experimentelle Sprache, die den Ausdruck der inneren Erfahrung in den Vordergrund stellt.

Schlüsselwörter

büsche winden sterne augen tauchen blaken sinken flüstern

Wortwolke

Wortwolke zu Traum

Stilmittel

Hyperbel
Schauer stürzen
Metapher
Fallen schrickt in tiefe Nacht
Personifikation
Augen tauchen blaken sinken
Synästhesie
Düfte spritzen