Trauer
1895Die Straße seufzt. Schattende Winde hocken nieder auf Plätzen. Bronzene Plätze weinen über den Abend hin, der aus blauer Ferne gleitet Wolke schmilzt in der Frauen sterbenden Locken. Leise wankt das verhangene Haus. Aus dem reinen Äther sinkt ein zerfallender Mond herab. Und breiter dampft der Atem der Stadt. Es tropft Nacht, ein fremdes Meer, das an die Fenster klopft.
Wir sind begraben. Schwarz und mit Erde gefüllt starrt unser Mund. Das haar, Traube bitteren Trankes voll, ist verwelkt und tot. Schon nahet die letzte Stunde, die uns in Kälte hüllt. Wir hören den Klang der Gestirne nicht mehr. Blinde wir, Taube.
Wir fühlen das Blut nicht mehr. Verblaßt ist sein Rot. Niedergestürzt, zersprungene Säulen, über Trümmern liegen Trümmer wir selbst im Feld. Doch über uns hin zahllose Schwärme schreiender Vögel fliegen…
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Interpretation
Das Gedicht "Trauer" von Walter Rheiner beschreibt eine düstere und traurige Atmosphäre. Die Stadt wird als leblos und traurig dargestellt, mit seufzenden Straßen und weinenden bronzenen Plätzen. Die Natur wird als verwelkt und tot beschrieben, mit einem zerfallenden Mond und tropfender Nacht. Die Menschen werden als begraben und erfüllt von Erde beschrieben, mit einem verwelkten und toten Haar. Die letzte Stunde naht und die Menschen sind taub und blind für den Klang der Gestirne. Das Blut ist verblasst und die Menschen liegen wie zerschlagene Säulen auf Trümmern. Trotzdem fliegen zahllose Schwärme schreiender Vögel über ihnen hinweg. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Trauer und Verzweiflung. Die Stadt und die Natur werden als leblos und traurig dargestellt, was die Stimmung des Gedichts verstärkt. Die Menschen werden als begraben und erfüllt von Erde beschrieben, was ihre Hoffnungslosigkeit und ihre Unfähigkeit, das Leben zu genießen, symbolisiert. Die letzte Stunde naht und die Menschen sind taub und blind für den Klang der Gestirne, was ihre Entfremdung von der Schönheit und dem Rhythmus des Universums verdeutlicht. Trotzdem fliegen zahllose Schwärme schreiender Vögel über ihnen hinweg, was darauf hindeutet, dass das Leben weitergeht, auch wenn die Menschen in ihrer Trauer gefangen sind. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe Trauer und Verzweiflung, aber auch die Hoffnung, dass das Leben weitergeht, auch wenn die Menschen in ihrer Trauer gefangen sind. Die düstere und traurige Atmosphäre des Gedichts wird durch die Beschreibung der Stadt, der Natur und der Menschen verstärkt. Die Verwendung von Bildern wie seufzenden Straßen, weinenden bronzenen Plätzen und verwelktem Haar trägt zur emotionalen Wirkung des Gedichts bei.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- schreiender Vögel fliegen
- Enjambement
- über Trümmern liegen Trümmer wir selbst im Feld
- Metapher
- Trümmer wir selbst im Feld
- Personifikation
- Die Straße seufzt.